![]()
vom 12.05.1998
Harms fordert vor weiteren
Atommülltransporten:
"Restlose Aufklärung"
| gel Gorleben.
"Entsetzt" zeigt sich die hiesige Landtagsabgeordnete Rebecca Harms (Bündnis
90/Die Grünen) über die jüngsten Enthüllungen in Sachen Atommülltransporte. Sie
fordert einen sofortigen Stopp aller Transporte, bis die Vorkommnisse "restlos
aufgeklärt und ihre Ursachen beseitigt sind." Vom niedersächsischen
Umweltministerium will Harms zudem wissen, ob auch Transporte aus niedersächsischen
Atomkraftwerken auf dem Weg nach La Hague unzulässig kontaminiert gewesen seien. In Frankreich war bekanntlich öffentlich geworden, daß bei Transporten zur Wiederaufbereitung nach La Hague die Grenzwerte der Oberflächenkontamination oftmals um das 500fache überschritten worden sei (EJZ berichtete). Rebecca Harms dazu: "Seit zehn Jahren ist die Gefahr bekannt und es wurden keine Konsequenzen gezogen. Gelten die Interessen von Energiekonzernen mehr als der Schutz von Leib und Leben?" Harms erinnert daran, daß knapp ein
Drittel des in La Hague wiederaufbereiteten Materials aus Deutschland stamme. Weitere 2
000 Tonnen sollen in den nächsten Jahren über deutsche Gleise und Straßen transportiert
werden. Scharfe Kritik äußerte die Grünen- Politikerin daran, daß die
Außenkontamination von Behältern und Transportfahrzeugen aus wirtschaftlichen Gründen
nur an sehr wenigen ausgewählten Stellen überprüft werde. Sie fordert eine
flächendeckende Kontrolle. Für berechtigt hält Harms auch
weitere Fragen zu Sicherheitsmängeln an Atomtransportbehältern. Bekanntlich ist im
Februar von britischen Behörden ein Transportverbot für den Behältertypen NTL 11
ausgesprochen worden: wegen nicht bestandener Falltests. In einer kleinen Anfragr will
Harms von der niedersächsisehen Landesregierung deswegen wissen, welche Transport und
Lagerbehälter in niedersächsischen Akw zum Uansport bestrahlter Brennelemente zugelassen
sind bzw. sich im Zulassungs- und Genehmigungsverfahren befinden. |
Bearbeitet am: 12.05.1998/ad