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vom 16.12.1998
Atomindustrie: Mehr
Klimakiller * Mehr Schulden * Weniger Stellen
Studie sieht Risiken des
Ausstiegs
| dpa Bonn.
Ein schneller Atomausstieg Deutschlands würde nach Darstellung der Stromwirtschaft knapp
90 Milliarden Mark und bis zu 150 000 Arbeitsplätze kosten. Außerdem müsse bei einem
Ausstieg innerhalb der nächsten sechs Jahre mit einem drastischen Anstieg
klimaschädigender Kohlendioxid-Emissionen gerechnet werden, heißt es in einer Studie des
Bremer Energieinstituts, die die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) in
Auftrag gab. Umweltverbände und die Grünen im Bundestag kritisierten die gestern in Bonn
präsentierte Untersuchung als "Gefälligkeitsgutachten." für die
Atomindustrie. Die CSU sieht sich hingegen in ihrem Festhalten an der Kernkraft
bestätigt. VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller bezeichnete das Gutachten als einen Beitrag zu den im Januar 1999 beginnenden Verhandlungen über einen Energiekonsens. Nach Meinung der Stromversorger sei die Nutzung der Atomkraft nach wie vor "sicherheitstechnisch vertretbar und umweltpolitisch sinnvoll". Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte sich erst am Vortag mit führenden Vertretern der Stromwirtschaft darauf verständigt, im Januar mit Konsensgesprächen zu beginnen. Nach dem Willen der Regierungskoalition von SPD und Grünen sollen die 19 deutschen Atomkraftwerke in einem noch nicht festgelegten Zeitraum schrittweise vom Netz genommen werden. Die Wirtschaft lehnt dies bisher ab. |
Bearbeitet am: 16.12.1998 /ad