Unruhetag
Aufhebung des Moratoriums - "Unruhetag" im Wendland
Der Widerstand im Wendland läuft sich warm: Seit dem 1. Oktober 2010
kann unter Tage im Salzstock nach dem 10-jährigen Baustopp wieder Salz abgebaut werden.
"Aber in Gorleben wird nicht Salz gewonnen, sondern ein Endlager gebaut, und das auf
der Basis des Berg- und nicht des Atomrechts", kritisiert die Bürgerinitiative
Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Mit Kaffeetafeln, Chorproben, Fahrradrallye,
Trecker- und Sitzblockaden blockieren einige Hundert aufgebrachte Gorleben-Gegner die
sechs wichtigsten Zufahrtstraßen ins Wendland. Blockadepunkte gibt es derzeit (12 Uhr) in
Lübbow, Nebenstedt, Pudripp, Bergen/Dumme, Zarentien und Göhrde. Die Polizei hält sich
zurück. - Das sei nur ein Vorgeschmack auf das Aktionsgeschehen, das Anfang November beim
nächsten Castortransport im Wendland zu erwarten ist, prognostiziert die BI. Die
Aufhebung des Moratoriums ist für die Atomkraft-Gegner in Wendland und den umliegenden
Regionen ein fataler Fehler: "Das Moratorium bot die Möglichkeit, eine vergleichende
Endlagersuche bei Null zu starten und sich von Gorleben wegen der gravierenden
Sicherheitsdefizite elegant zu verabschieden", konstatiert die Bürgerinitiative
Umweltschutz Lüchow- Dannenberg (BI). Jetzt gehe die Auseinandersetzung um Gorleben in
eine entscheidende Runde: vor Gericht und auf der Straße.
"Wer wie Schwarz/Gelb ohne Alternative an Gorleben festhält, wer Enteignungen als Lex Gorleben ins Atomgesetz hineinschreiben will, der dokumentiert, dass Gorleben das künftige Endlager für hochradioaktive Abfälle sein soll, dagegen wehren wir uns vor Gericht und auf der Straße", erklärte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Das Gerede von Ergebnisoffenheit und Transparenz der Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Hans-Heinrich Sander (FDP) würde durch das faktische Vorgehen konterkariert: "Es gibt keine formalen Beteiligungsrechte der Öffentlichkeit, die Gutachter sind handverlesene Gorleben-Befürworter".
Der Unruhetag bildet den Auftakt für die bundesweite Mobilisierung gegen den nächsten
Castortransport nach Gorleben. Die Bürgerinitiative rechnet mit Zehntausenden von
Demonstranten und zahlreichen Aktionen gegen das Endlager-Projekt und den bevorstehenden
Castor-Transport in das Zwischenlager Gorleben, der für die erste Novemberhälfte
erwartet wird. Ehmke: "Wir werden im November ein Zeichen setzen gegen Schwarz/Gelb
und das Durchzocken in der Atompolitik. Die Halbwertzeit von Schwarz/Gelb werden wir
deutlich verkürzen, damit eine wirkliche Energiewende eingeleitet wird. Gorleben aber
gehört auf den Misthaufen der Geschichte".