Atomgespenster in Gorleben vertrieben
120 Atomkraftgegner feierten am Sonntag politischen Karneval, um die Atomgespenster zu vertreiben. Mit Konfettimaschine, Kamellen und Büttenrede, gut bewacht von einer Einsatzhundertschaft aus Lüneburg, demonstrierten sie ein weiteres Mal gegen die Pläne von Schwarz-Gelb, die "Erkundungsarbeiten" in Gorleben wieder aufzunehmen. "Um Akten besser lesen zu können, empfehlen wir die dicke Brille eines Demonstranten, der hatte den Durchblick", empfiehlt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI), die zum politischen Karneval eingeladen hatte. Damit spielen die Gorleben-Gegner auf die Aktenfunde der vergangenen Monate an, die belegen, dass sowohl bei der Standortsuche als auch bei der Auswertung der Tiefbohrergebnisse wissenschaftliche Standards grob verletzt und Akten geschönt wurden.
Atomfa(s)snacht da wurde natürlich auch ein Fass aufgemacht: "Tach allerseits, ick bins bloß, der närrische Herr Paul" Stefan Buchenau, Insidern wohl bekannt als Kolumnist des Veranstaltungskalenders "Zero", hielt die Büttenrede. Die riesengroßen "Ö´s" der schwarz-gelben Koalition nahm er ganz besonders aufs Korn. "Herrn RÖttgen als Umweltminister, dem wird in der Presse mit Überraschung bescheinigt, dass er "intelligent" sei komisch, seine Vorgänger wurden nie so genannt. Und der andere mit dem großen Ö, Herr Oettinger, ist von Mutti Merkel zum Experten für Englisch und Energie verurteilt worden die EU war begeistert, endlich hamse ooch nen Vollblutkomiker in Brüssel!" Tätää tätää
Das mit dem Tusch hat nicht so geklappt, denn da schimmerte doch der Ernst im Närrischen durch, das Angebot des frischgebackenen EU-Kommissärs, Gorleben auch als europäisches Endlager zu sehen, empfinden die Wendländer als Affront. Und dann war auch wieder Schluss mit Lustig: "Wir machen mobil, für den Atomausstieg und gegen den Weiterbau in Gorleben".
Bilder von der Aktion finden Sie auf unserer Webseite www.bi-luechow-dannenberg.de sowie http://www.publixviewing.de/sortiment/karneval-in-gorleben/index.html