"Zurück auf Start"
Anti-Atom-Protest in Gorleben/ BI Umweltschutz zieht Resümee
12.März 1977 - 16.000 Menschen demonstrieren auf einer Brandfläche gegen "das
NEZ" - die niedersächsische Landesregierung hatte am 22. Februar Gorleben als
Standort für ein Nukleares Entsorgungszentrum erkoren. Geopolitische Gründe gaben den
Ausschlag dafür, wo eine Wiederaufarbeitungsanlage mit Brennelementfabrik und Endlager
errichtet werden sollte. Das wird sich eines Tages noch bitter rächen: die WAA- Pläne
wurden aufgegeben, am Endlager im Salzstock hielt die Politik fest und ignorierte alle
geowissenschaftlichen Einwände.
8. November 2008, 31 Jahre später demonstrieren erneut 16.000 Menschen gegen
Castortransporte und Gorleben als Atommülldeponie. In zwei Jahren spätestens läuft das
Moratorium ab, ohne dass die Politik - weder Rot-Grün noch Schwarz-Rot - Konsequenzen
gezogen hätte. "Zurück auf Start", heißt es für die BI Umweltschutz,
"wir haben eine Chance und wir nutzen sie, um das Endlager Gorleben zu verhindern.
Der Atomausstieg ist selbstverständlich das große Ziel". Gewerkschafter, Bauern,
Umweltgruppen seien zusammengerückt und die Überraschung, die Renaissance der
Anti-Atom-Bewegung sei geglückt. Der Schriftsteller Andreas Maier, einer der
Kundgebungsredner in Gorleben rief den Demonstranten zu: "Ihr seid die einzigen
Vorbilder, die man sich heute denken kann. Euer Tun werden sie später genauso als
vorbildlich erklären, wie sie Sophie Scholl und die Weiße Rose zum Vorbild erklärt
haben. Das werden sie immer dann machen, wenn alles zu spät ist." |