Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 27.10.2008

Auf nach Berlin!

Endlagersymposium des Bundesumweltministeriums  wird von Protesten begleitet

Per PKW, Bus und Bahn machen sich Atomkraftgegner auf den Weg nach Berlin. Dort wird - beginnend ab Donnerstag, den 30. Oktober - drei Tage lang auf Einladung des Bundesumweltministeriums auf einem internationalen Symposium über die Atommüllendlagerung debattiert. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hatte Ende Juli ein Grundsatzpapier zu den Sicherheitsanforderungen an die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle veröffentlicht. Die wiederholten Ankündigungen von Unionspolitikern, die allein auf Gorleben als nukleares Endlager für die heißen und stark strahlenden Abfälle setzen und das Endlagerdesaster ignorieren - Morsleben droht einzustürzen, die Asse II säuft ab -, hatten bereits im Vorfeld zu einer heftigen politischen Auseinandersetzung um die weitere Nutzung der Atomkraft und Gorleben gesorgt. Das Bundeskanzleramt teilte zudem mit, dass - entgegen den verbalen Bekundungen des Umweltministers - in dieser Legislaturperiode nicht mehr mit einer Endlagerentscheidung zu rechnen sei. "Schwarz-Rot setzt fort, was Rot-Grün bereits vorgezeichnet hat: die Atommüllentsorgung wird auf die lange Bank geschoben, aber Atommüll wird weiter produziert: dagegen wird in Berlin protestiert."

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg kritisiert, dass das ministerielle Papier auf ein doppeltes geologisches Barrieresystem verzichtet. "Aus dem Versagen von Experten, Behörden und politischen Entscheidungsträgern in der Asse und Morsleben wird nichts gelernt", resümieren die Gorleben-Gegner. Deshalb würden sich die Wendländer gemeinsam mit den Bürgerinitiativen aus dem Raum Salzgitter, Wolfenbüttel und Morsleben auf der Konferenz und auch am Veranstaltungsort argumentativ und demonstrativ einmischen. Unterstützt werden die Bürgerinitiativen von diversen Umweltgruppen. Das Online-Netzwerk campact lädt für den 30. Oktober anlässlich der Eröffnung der Endlagerkonferenz zu einer Aktion gegen ein Comeback der Atomkraft ein. Vor den Toren der Konferenz werden gelbe Großballons mit dem Symbol für Radioaktivität in die Luft steigen. Die Ballons ziehen große Transparente: Auf den Transparenten argumentieren Bürger/innen, warum die ungelöste Endlagerfrage die Nutzung der Atomenergie unverantwortlich macht. Das Markant-Aktionstheater wird in einer Performance ein Geisterschiff mit Atommüll-Fässern von Dämonen-Figuren auf Stelzen zum Konferenzgebäude ziehen lassen. Die Konferenz ist ein Zwischenstopp des Schiffs, das bis zum 8.11. nach Gorleben weiterzieht. Die "Atomianer" thematisieren das ungelöste und unterschätzte Problem, wie über Jahrtausende hinweg kommunizierbar ist, wo der Untergrund durch die Endlagerung vergiftet und verstrahlt wurde. Sie sind ebenfalls mit ihrer Performance in Berlin dabei.

 

Bearbeitet am: 27.10.2008/ad


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