Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 20.10.2008

Von der Atommüllmisère zur Endlager- Apokalypse

"Der Castortransport gehört abgesagt!" so beurteilt die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg (BI) die jüngsten Entwicklungen zum Stand der Endlagerpolitik im Bundeskanzleramt. Das hatte gestern verlautbart, die Frage nach der Endlagerung von Atommüll in die nächste Legislaturperiode zu vertagen.

"Ein Salzstock, der nach Bergrecht erkundet wird, dazu eine Leichtbauhalle auf der gegenüberliegenden Straßenseite, in welche seit 1995 hochradioaktiver Müll aus dem Betrieb von Atomkraftwerken befördert wird, machen noch lange kein Endlager aus.", so eine Sprecherin der BI. Mit einem neuerlichen Castortransport ohne ein Entsorgungskonzept würde abermals der Konflikt zu Lasten der Bevölkerung ausgetragen.

Die Bürgerinitiative fordert, dass aus der havarierten Forschungsendlagerung für Gorleben, der Asse II bei Wolfenbüttel, Konsequenzen gezogen werden müssen. Bei Gorleben handelt es sich wie bei der Asse um ein Salzbergwerk, der Gorlebener Salzstock hat wie die Asse Wasserwegsamkeiten, wie salzhaltige Brunnen in der Umgebung belegen. Die selben Wissenschaftler, die die Asse gesundbeteten, reden Gorleben als Atommüllendlager das Wort. Allen voran der "Endlagerpapst" Klaus Kühn.

Mit der Gewissheit, alle bisherigen Forschungen zur Endlagerung stark in Zweifel ziehen zu müssen, ist ein Castortransport nach Gorleben ein Schlag ins Gesicht aller vernunft- orientierten Bürger und Bürgerinnen im ganzen Land. Denn beim Gorlebener "Zwischenlager" handelt es sich lediglich um eine Scheinlösung, die dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke öffentlich Legitimation verschaffen soll. Vor Ort, und nicht nur dort, gibt es aber das Bewusstsein in der Bevölkerung, dass es für ein atomares Endlager in Gorleben keine Legitimation gibt, weder geologisch, noch juristisch, noch gesellschaftlich. Daher wird es auch keine Akzeptanz für ein solches Endlager in Gorleben geben.

Eine weitere Parallele ist die fehlende Öffentlichkeitsbeteiligung. Gorleben wird nach Bergrecht erkundet, das jegliche Beteiligung der Öffentlichkeit ausschließt. Auch in der Asse will das Bundesumweltministerium erst nach der Einlagerung von über 126.000 Fässern radioaktiven Abfalls das Atomrecht bemühen.

Wenn der Castortransport trotz der gegenwärtigen Debatte um die gescheiterte Endlagerung von Atommüll nicht abgesagt wird, rechnet die Bürgerinitiative mit starkem Protest aus dem ganzen Bundesgebiet. "Die Anti- Atom- Bewegung wird zeigen, dass mit ihr zu rechnen ist. Atomlobby und Christdemokratische Parteien gehen entschieden zu weit mit Forderungen nach Laufzeitverlängerungen. Die Demonstration am 8.November um 13 Uhr in Gorleben wird ein Zeichen setzen

für den Atomausstieg sofort!"

Bearbeitet am: 20.10.2008/ad


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