Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 14.07.2008

Atomdeponien saufen ab

Bundesweite Demonstration in Gorleben angekündigt

Die zwei Atommülldeponien auf deutschem Boden, Asse II und Morsleben, sind havariert. Beide Endlager saufen ab. Für die Deponie Asse II wird erwogen, den Atommüll zurück zu holen, doch die Zeit wird knapp, das Bergwerk droht einzustürzen. Morsleben wird, um den Einsturz zu verhindern, mit Salzbeton verfüllt, die Rückholung des Atommülls ist nicht geplant. Die Kosten summieren sich für diese Formen der Gefahrenabwehr auf rund 4 Mrd. Euro. Diese Kosten tragen allein die Steuerzahler, nicht die Mülllieferanten.

Die Asse II galt als Prototyp für Gorleben, dessen Salzgestein nachgewiesener Maßen ebenfalls Wasserkontakt hat. Wegen der Zweifel an der Eignung Gorlebens wurde 2000 ein Moratorium verhängt, andere potentielle Standorte allerdings wurden nicht auf ihre Eignung hin untersucht.

"Das aktuelle politische Trommelfeuer für die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke ist angesichts dieses Atommülldilemmas eine Provokation". Dieses Resümee zogen Atomkraftgegner der norddeutschen Endlagerstandorte auf einer Tagung am Wochenende in Lüchow/Wendland. Zuletzt hat CSU-Chef Erwin Huber angekündigt, nach einem Wahlsieg im Jahr 2009 nicht nur den sogenannten Atomkonsens aufzukündigen, sondern auch die Arbeiten im "besten geeigneten Salzstock" Gorleben sofort wieder aufnehmen zu lassen.

Gorleben sei aus fachlich-geologischer Sicht schon lange gescheitert, betont die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Eine alternative Endlagersuche scheitere seit Jahren an der Finanzierung. Die Stromkonzerne werden über die Endlagervorausleistungsverordnung lediglich für die beiden Standorte Schacht Konrad und Gorleben zur Kasse gebeten und diktierten den Parteien das Vorgehen bei der Endlagersuche."Herr Huber handelt nun nach dem Sankt Floriansprinzip, eine vergleichende Endlagersuche, die möglicherweise auch bayrische Standorte einschließen müsste, weist er natürlich weit von sich", spöttelt die Bürgerinitiative. Wenn es aber um Extraprofite für die Stromkonzerne geht, lehnten sich die Befürworter weit zum Fenster heraus.

Die Initiativen reagieren auf die gestartete Wahlkampfpropaganda mit einer Infokampagne. Die Aufklärung über die ungelöste Atommüllentsorgung und über die Mär vom billigen und angeblich sauberen Atomstrom wird in eine bundesweite Demonstration zum Atomausstieg Anfang November in Gorleben münden: dann erwarten die Atomkraftgegner im Wendland gewappnet mit Argumenten und Aktionsideen den nächsten Castortransport aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague.

 

Bearbeitet am: 14.07.2008/ad

 


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