Castor: Prozess Sachbeschädigung durch Polizei
Polizei-Räumpanzer rammte absichtlich Traktor bei Castortransport 2004
Über einen Strafantrag wegen absichtlicher Sachbeschädigung, die ein Polizei-Räumpanzer bei einem Castortransport nach Gorleben an einem Traktor verursacht hat, wird am Donnerstag (21.02.08) ab 13 Uhr im Landgericht Lüneburg verhandelt.
Rückblende, 9. November 2004, Jagdszenen auf Atomkraftgegner in Lüchow Dannenberg:
Eine Hundertschaft aus Eutin schneidet als Gefahrenabwehrmaßnahme im Raum Tollendorf vierzig am Wegrand liegende Strohrundballen auf. Zwei Jugendliche auf einem Traktor, die einen Ballen retten wollen, werden mit einer Schusswaffe bedroht. Aus dem Waldrand rauscht ein Räumpanzer heran und rast über ein Feld auf einen Traktor zu, der versucht rückwärtsfahrend auszuweichen. In der folgenden Hetzjagd. Erwischt der rasende Räumpanzer zwei auf dem Nachhauseweg befindliche Traktoren nicht. Daraufhin rammt er mit voller Wucht einen letzten, noch auf dem Feld stehenden Traktor und beschädigt diesen so schwer, dass er nicht mehr fahrbereit ist. Der Treckerbesitzer erstattete Anzeige, ein gegen ihn selbst eingeleitetes Ermittlungsverfahren wegen Nötigung und versuchter Körperverletzung wurde eingestellt.
Am ersten Verhandlungstag zur Sachbeschädigung durch den Räumpanzer begründete die Polizei ihr Verhalten mit einer notwendigen Gefahrenmaßnahme, damit der Traktor nicht mehr an die Schienentransportstrecke gelangen konnte. Diese allerdings befindet sich in zwei Kilometern Entfernung zu den damaligen Vorfällen.