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vom 28.10.2007

Rheinsberg: Bürgerinitiativen und Anwohner wollen Reaktortransport mit Klage stoppen

Massive Schäden an Brücke in Lindow nicht behoben

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, die BI gegen Atomanlagen Uelzen, die Anti-Atom-Initiative contrAtom und ein Anwohner aus Lindow wollen mit einer Klage den für kommende Woche Dienstag geplanten Reaktortransport aus dem stillgelegten Atomkraftwerk Rheinsberg stoppen. Ziel des etwa 200 Tonnen schweren Transports ist das Zwischenlager Nord in Greifswald-Lubmin.

„Unsere Anwälte prüfen momentan die rechtlichen Möglichkeiten“, sagt Kerstin Rudek, Vorsitzende der BI Lüchow-Dannenberg. Die Klage wird sich wahrscheinlich gegen das Eisenbahnbundesamt, das Bundesamt für Strahlenschutz und das Innenministerium Brandenburg richten.

„Wir prüfen zudem, mithilfe einer einstweilige Verfügung die Verantwortlichen zu zwingen, den Transport per Sofortvollzug auszusetzen“, so Rudek weiter. Wenn weitere Betroffene, etwa die Verwaltung von Lindow, das Vorhaben unterstützen, wären die Möglichkeiten größer. „Bei diesen offensichtlichen Sicherheitsmängeln an dem Atommülltransport festzuhalten, ist eine grobe Fahrlässigkeit. Wir fordern eine kompetente Überprüfung der kompletten Strecke und die einstweilige Unterlassung des Transportes“, unterstreicht Rudek.

Auch Anwohner aus Lindow selbst haben sich jetzt zu Wort gemeldet und zweifeln an der Sicherheit und Notwendigkeit des Transports. Amtsleiter Hortig etwa ist „unruhig und besorgt“. So entschloss sich Herr Bock, direkter Anwohner des Transportgleises, sich an der Klage zu beteiligen.

Am vergangenen Sonntag hatten die Atomkraftgegner massive Schäden an einer Brücke in Lindow festgestellt. Bernd Ebeling von der BI gegen Atomanlagen Uelzen und selbst Bauingenieur: „Es braucht keinen technischen Sachverstand, um festzustellen, dass hier lockere Verschraubungen, durchgerostete Bolzen und gebrochene Halterungen vorliegen.“

Laut Deutsche Bundesbahn soll die Brücke am kommenden Dienstag abgestützt werden, damit sie überhaupt diese ungewöhnliche Last auf einem Spezialwaggon tragen kann. „Wir fordern die verantwortlichen Institutionen und Behörden auf, von dem geplanten Transporttermin Abstand zu nehmen und ein unabhängiges Statikgutachten der Brücke anfertigen zu lassen“, so Ebeling weiter.

Jan Becker von contrAtom ergänzt: „Solch miserable Zustände eines Gleises, das sogar noch regelmäßig von Personenzügen befahren wird, lässt auf Schlimmeres bei der stillgelegten Strecke zum Kraftwerk schließen.“ Laut Becker müssten vor Abfahrt des Transportes alle Schienen auf der Strecke nach Greifswald umfangreich kontrolliert werden.

Für Montag und Dienstag haben die Initiativen mit Unterstützung der Bevölkerung vor Ort in Rheinsberg und Greifswald sowie entlang der Transportstrecke Proteste geplant: am morgigen Montag um 16.00 Uhr wird eine Demonstration in Lindow stattfinden, im Anschluss wird es Mahnwachen und Aktionen geben. Mit ihren Protesten wollen die Atomkraftgegnern auf die ungelöste Endlagerfrage für Atommüll aufmerksam machen.

Weitere Informationen und Hintergrund auf der Webseite: www.contrAtom.de/rheinsberg

Bearbeitet am: 28.10.2007/ad


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