Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 18.09.2007

Protest gegen Uranmüllzug nach Russland

Internationale Urankonferenz in Dortmund

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) ruft gemeinsam mit Initiativen aus dem Münsterland zu Protesten gegen einen am Mittwoch (19.09.07) von Gronau nach Russland rollenden Uranmüllzug auf. Die Initiativen rufen morgen für 19.30 Uhr zur Teilnahme an einer Mahnwache am Bahnhof in Altenberge, Kreis Steinfurt, auf. Auch russische Umweltaktivisten der Organisation Ecodefense, die bereits bei der Demonstration in Gorleben am 1. September in Redebeiträgen auf die Problematik aufmerksam machten, werden erwartet.

Die russischen Umweltschützer wollen im Münsterland auch ihre Beschwerde gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen die Urenco Deutschland begründen. Sie hatten im November 2006 Strafanzeige wegen des Verdachts auf illegalen Atommüllexport nach Russland gestellt. Nach der Einstellung des Verfahrens durch die Münsteraner Staatsanwaltschaft legten sie Ende Juli Beschwerde dagegen ein, die nun von der Hammer Generalstaatsanwaltschaft geprüft werden soll.

In der weiteren internationalen Zusammenarbeit findet am 22.09.07 in Dortmund eine Urankonferenz statt, an der sich auch Organisationen aus Russland, Finnland, Frankreich, Niederlande und Schweden beteiligen. Interessierte können sich für Fahrgemeinschaften an das BI-Büro in Lüchow wenden.

Hintergrund: Seit 1996 hat die Gronauer Urananreicherungsfirma Urenco bereits mehr als 22 000 t abgereichertes Uran - das bei der Anreicherung in großen Mengen als Abfall anfällt - zur Endlagerung nach Russland geschickt. Die deutschen Anteile der Urenco gehören zu gleichen Teilen den Stromgiganten EON und RWE. Bei der Konferenz - die in diesem internationalen Rahmen zum ersten Mal stattfindet - sollen durch Fachvorträge und Workshops zahlreiche Themen rund um die Urananreicherung vertieft und grenzüberschreitend diskutiert werden. Hauptthemen sind die Gefahren der Urananreicherung und der Urantransporte, die militärische Dimension der Urananreicherung sowie die Pläne und Verflechtungen der halbstaatlich-halbprivaten Uranindustrie. Daneben werden Möglichkeiten gemeinsamer europäischer Proteste zur Stilllegung der Uranindustrie besprochen. „Wer glaubhaft aus der Atomenergie aussteigen will, muss die Urananreicherungsanlagen zuerst stilllegen,“ fasst der Münsteraner Mitorganisator Matthias Eickhoff zusammen.

Foto von dem in Russland in offener Landschaft gelagerten deutschen Uranmüll:
http://foto.rambler.ru/users/ecodefense/

Weitere Informationen:
(Aktionsbündnis Münsterland)
(SOFA Münster)
www.urantransport.de

Bearbeitet am: 18.09.2007/ad


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