Castortransport mehrfach von Atomkraftgegnern gestoppt
BI fordert die sofortige Aufgabe des Standorts Gorleben
Der Test-Transport eines neuen Castor-Behältertyps nach Gorleben wurde am vormittags mehrfach von Atomkraftgegnern gestoppt und hat inzwischen über zwei Stunden Verspätung. Gegen 8 Uhr morgens musste der Zug in Lüneburg zwei Stunden stehen bleiben, weil sich eine Atomkraftgegnerin auf das Dach abgeseilt hatte. Unterstützt wurde sie dabei durch eine Sitzblockade auf dem Gleisbett von 15 weiteren Anti-Atom-Aktivisten. Auch auf dem Gleis vor dem Castor- Verladekran in Dannenberg, an dem sich trotz kurzem Informationsvorlauf 80 Menschen versammelt hatten, kam es zu einer Sitzblockade. An der Straßentransportstrecke ist aktuell eine Gruppe von Demonstranten von der Polizei eingekesselt worden.
Der von der Gesellschaft für Nuklearservice in Mülheim/Ruhr gefertigte 115 Tonnen schwere neue Behältertyp Castor HAW 28M soll dort zu Genehmigungszwecken getestet werden. Besonders brisant und gefährlich an dem neuen Behälter ist die Dimensionierung auf von bisher 45 KW auf nun 56 Kilowatt Wärmeleistung. Durch Abbranderhöhung der Brennelemente in den AKW werden zukünftige Transporte nach Gorleben entsprechend heißer. Dabei enthält ein Castor-Behälter das radioaktive Potential von 20 % des Tschernobyl-Fallouts.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg fordert den Standort Gorleben sofort zu schließen. Jede Vorbereitung erneuter Transporte nach Gorleben übt einen überflüssigen Sachzwang auf den untauglichen Gorlebener Salzstock als Endlager aus, erläutert der BI-Sprecher. Es ist absurd und extrem gefährlich weitere Transporte nach Gorleben mit Polizeigewalt durchzusetzen, denn gleichzeitig ist über das Endlager ein Baustopp verhängt (Moratorium) und seitens der Politik immer wieder eine angebliche alternative Endlagersuche im Gespräch. Dieser verantwortungslose Irrsinn darf nicht weiter auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen werden.