Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.

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vom 05.09.2007

Probe-Castortransport nach Gorleben unterwegs

Bürgerinitiative kündigt Proteste an der Transportstrecke an

Nach Informationen der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) ist gestern Nachmittag ein Probe-Castortransport aus dem französischen La Hague nach Gorleben gestartet, der vermutlich früh in Gorleben zu erwarten ist. Der neue unbeladene Atommüll- Behältertyp (CASTOR HAW 28 M) wurde wahrscheinlich in der französischen Wiederaufarbeitungsanlage auf Belade- und Verladetauglichkeit getestet. Nun soll mit einer genehmigungstechnisch vorgeschriebenen sogenannten Kalthantierung in Gorleben ein Sicherheitsnachweis für Transport, Verladung und weiteren Umgang erbracht werden.

Die wendländische BI kündigt Proteste gegen den Transport an. „Diese Testfahrt bereitet die nächsten Transporte mit hochradioaktivem Atommüll vor“, begründet dies der BI-Sprecher. „Jeder Castortransport in die oberirdische Zwischenlagerhalle erzeugt einen überflüssigen Sachzwang auf den Gorlebener Salzstock als umstrittenen und angeblich noch gar nicht festgelegten Endlagerstandort. Seit den frühen 80er Jahren ist bekannt, dass über dem Salzstock auf über sechs Quadratkilometern ein abschließendes Deckgebirge fehlt und damit hochradioaktive Stoffe zwangsläufig über Wasserwege an die Oberfläche gelangen werden“. Seit inzwischen über 30 Jahren fordert die BI deshalb den Standort Gorleben aufzugeben und keinen weiteren Atommüll mehr zu produzieren.

Hintergrund: Der neue deutsch Behältertyp Castor HAW 28 M sollte ursprünglich bereits 2006 eine verkehrsrechtliche Zulassung bekommen und in diesem Jahr mit heißem Müll nach Gorleben rollen. Dieses Ziel konnte nicht eingehalten werden, Castortransporte in diesem Jahr wurden abgesagt. Die BI vermutet technische Probleme. Stattdessen sollen 2008 zwölf Behälter französischen Typs (TN 85) aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague nach Gorleben rollen. Dieser französische Behältertyp hat im Mai diesen Jahres unter Protesten eine Kalthantierung in Gorleben durchlaufen.

Wegen erhöhten Abbrands der zuletzt aus deutschen Atommeilern nach La Hague gelieferten Brennelemente und der daraus resultierenden höheren Wärmeleistung des Atommülls sollte ein Behälter entwickelt werden. Dieser muss die drastisch höhere Temperatur aushalten und die enorm erhöhte Gamma- und Neutronenstrahlung abschirmen. Die Wärmeleistung erhöht sich von 45 kW um über 20% auf 56 kW. Etwa eine Minute Aufenthalt in 1 m Entfernung eines unabgeschirmten Castorbehälters würde beim Menschen eine tödliche Dosis verursachen. Das Gesamtinventar eines Behälters entspricht etwa 20% der bei der Tschernobylkatastrophe freigesetzten Strahlung. Die BI bemängelt, dass der exakte Stand der Dinge zum Behälter der Öffentlichkeit bislang trotz Anfragen bei Genehmigungsbehörden verschwiegen wird.

Bearbeitet am: 05.09.2007/ad


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