Anti-Atom-Demonstration in Gorleben
Atomanlagen abschalten - Stromanbieter wechseln
Bei einer Demonstration mit anschließendem Fest forderten am Samstag 1200 Menschen unter dem Motto Gorleben brennt... uns unter den Nägeln die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. Der bunte Demonstrationsumzug vom wendländischen Gedelitz zu den Gorlebener Atomanlagen war zugleich Startschuss für eine gemeinsame Endlagerkampagne, die auf die Entsorgungsmisere aufmerksam machen soll. Auf einem großen Transparent fassten die Endlagerstandorte zusammen: Gorleben und Schacht Konrad - so sicher wie die absaufenden und einstürzenden Endlager Asse und Morsleben. Bis in die frühen Morgenstunden wurde abschließend zur 30jährigen Protestbewegung in Gorleben mit einem bunten Kulturangebot ein Alt und Jung zusammenführendes Generationenfest gefeiert.
Für die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg forderte Die Vorsitzende Kerstin Rudek in einem Redebeitrag: Hört endlich auf, Atommüll zu produzieren, ihr könnt mit dem vorhandenen schon nicht umgehen! Wir brauchen keine weiteren Experimente, die bewusst die Kontamination der Umgebung und der Bevölkerung einplanen! Gorleben muss endgültig vom Tisch! Udo Dettmann hielt auf der Kundgebung als Vertreter der Endlagerstandorte Schacht Konrad, Asse und Morsleben fest: Die katastrophalen Erfahrungen aus Asse II und Morsleben müssen Konsequenzen für den weiteren Umgang mit der Atomenergie haben. Wer diese Erfahrungen ernst nimmt, kommt nicht um die Erkenntnis herum, dass eine weitere Produktion von Atommüll nicht zu verantworten ist.
Für die Internationalen Ärzte zur Verhinderung eines Atomkriegs (IPPNW) verwies Dr. Winfrid Eisenberg auf die Verbindung der sogenannten zivilen mit der militärischen Nutzung der Atomenergie. Das aktuelle Beispiel Iran zeigt überdeutlich den unmittelbaren Zusammenhang von Atomenergie, Atomwaffen und Krieg. Bei einer Stromwechselparty konnten sich Interessierte unter kompetenter Beratung erkundigen, wie einfach und wichtig der Schritt fort vom Atomstrom ist. Jan Becker vom Aktionsbündis Brunsbüttel dazu: Über 50.000 Stromkunden haben allein in den vergangenen Monaten nach den Störfällen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel dem Betreiber Vattenfall die Rote Karte gezeigt und ihre Stromverträge gekündigt. Jochen Stay ergänzte als Vertreter der Initiative X- tausend mal quer: "Der Wechsel des Stromanbieters ist nicht nur eine Angelegenheit des privaten Öko-Gewissens, sondern auch ein politischer Akt der Verbraucher gegen die Macht der großen Konzerne. Der Zusammenschluss der Endlagerstandorte kündigte für den Herbst weitere Demonstrationen und Veranstaltungen an. Die nächste Demonstration findet am 13 Oktober nahe des geplanten Endlagers Schacht Konrad in Salzgitter statt.