Gemeinsame Erklärung der Atommüll-Endlager-Standorte
Kampagne mit Unterschriften und Demonstrationen gestartet
Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg sammelt in einer gemeinsamen Erklärung zusammen mit den Endlagerstandorten Schacht Konrad, Asse II und Morsleben Unterschriften und Spenden für eine Großanzeige in der Frankfurter Rundschau. Die Standortinitiativen treffen sich regelmäßig zu Koordination und Austausch und wollen den Herbst nutzen Druck auf die Bundesregierung auszuüben. Die Anzeige soll auch für die Demonstrationen am 1. September in Gorleben und am 13. Oktober am Schacht Konrad in Salzgitter mobilisieren, erläutert der BI-Sprecher. Unterschriftenlisten können im Lüchower BI-Büro abgeholt, oder als Download aus dem Internet gezogen werden.
In der gemeinsamen Erklärung ist u.a. festgehalten: ...Das Endlager Morsleben ist so instabil, dass es im Rahmen bergbaulicher Gefahrenabwehr teilweise notverfüllt werden muss, ohne das atomrechtliche Schließungsverfahren abwarten zu können. In die ASSE II läuft seit nahezu 20 Jahren Wasser und nähert sich dem Atommüll bedrohlich. Selbst der Betreiber befürchtet ein Absaufen des Lagers und versucht, mit Hinweis auf eine akute Gefährdung, ein ordentliches, atomrechtliches Schließungsverfahren ganz zu umgehen und den Atommüll zu fluten. Die damit verbundenen Gefahren für Leben und Gesundheit für die AnwohnerInnen und künftige Generationen sind nicht hinnehmbar.
Trotz dieser offensichtlich katastrophalen Erfahrungen mit Morsleben und ASSE II soll mit Schacht KONRAD in Salzgitter in den nächsten Jahren ein weiteres Endlager in Betrieb genommen werden. Auch die Arbeiten am Erkundungsbergwerk in Gorleben sollen fortgesetzt werden. Zu diesen Standorten gibt es seit Jahrzehnten erhebliche wissenschaftliche und konzeptionelle Zweifel. Wir wenden uns mit diesem Aufruf an die bundesweite Öffentlichkeit, weil es eine gemeinsame Verantwortung für den Umgang mit den atomaren Hinterlassenschaften gibt, die in nur einer Generation angehäuft wurden, aber das Leben tausender Generationen gefährden.
Wir stellen fest: Dem Konzept der nicht-rückholbaren, wartungsfreien Endlagerung ist offensichtlich nicht zu trauen! Bis heute gibt es weltweit kein wirklich abgesichertes, auf einem gesellschaftlichen Konsens beruhendes Konzept für die Endlagerung von Atommüll. Angesichts dieser Erfahrungen halten wir es für dringend geboten, keinen weiteren Atommüll zu produzieren; vollkommen absurd ist das Ansinnen der Atomindustrie, die Produktion von Atommüll durch Laufzeitverlängerungen noch zu erhöhen.
Wir fordern: Erste Priorität setzen auf die langzeitsichere Sanierung der Altlasten ERAM Morsleben und ASSE II unter Einbeziehung unabhängiger Wissenschaftler und der kritischen Öffentlichkeit! 2. Konsequenzen ziehen: Schacht KONRAD nicht in Betrieb nehmen, die Endlagerung in Gorleben nicht weiter vorbereiten! 3. Eine kritische, offene Auseinandersetzung mit dem Thema Atommülllagerung und einen ergebnisoffenen Neuanfang bei der Suche nach dem sichersten Umgang mit dem Atommüll!...
Wortlaut der gemeinsamen Erklärung im Internet: