Widerstandsfeier in Gorleben mit Beton-Torte
Mit einer großen Torte aus Beton gespickt mit 30 Feuerwerksraketen in der Einfahrt zum oberirdischen Gorlebener Zwischenlager begann am Wochenende die Feier von Atomkraftgegner zum 30jähriges Widerstands-Jubiläum. Die Torte steht symbolisch dafür, dass sich die Atomlobby an unseren hartnäckigen und fantasievollen Protesten noch die Zähne ausbeißen wird, kommentiert der Sprecher der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) Francis Althoff. Ausstellungen, Lesungen, Kabarett, Musik und Treckerexkursionen zu markanten Punkten waren nur einige Highlights der bunten Feierlichkeiten im Wendland, an denen sich über 500 Menschen beteiligten.
Felix Ruwe, Sprecher der BI gegen das atomare Zwischenlager im westfälischen Ahaus, brachte einen ein Meter langen Rosinenstuten zur Stärkung des Widerstands mit. Die dringend notwendige Erneuerung der Energiewirtschaft lässt sich nicht mit einem Rückschritt von 50 Jahren zu den Anfängen der Atomenergienutzung lösen, kritisierte Ruwe in einem Redebeitrag. Wolfgang Ehmke, ehemaliger und langjähriger Sprecher der BI erinnerte: Wir haben schon seit Jahren vor der Klimakatastrophe gewarnt. Die Atomindustrie versucht die momentane Diskussion für ihre Zwecke auszunutzen, obwohl die umweltverseuchende Atomkraftnutzung mit all ihren Gefahren ganz sicher keinen Beitrag zum Klimaschutz darstellt.
Seit der Standortbenennung am 22. Februar 1977 ebben die Proteste gegen ein geplante Atommüllgrab im Gorlebener Salzstock nicht ab. Obwohl Wissenschaftler seit Jahrzehnten vor der Inbetriebnahme des Salzstocks warnen, da er mit seinem löchrigen Deckgebirge radioaktive Stoffe nicht vor dem Eintritt in die Biosphäre abhalten kann, wird durch Atommülltransporte Druck auf den Standort ausgeübt.
Wir wurden zur Durchsetzung der Finanzinteressen der Atomindustrie in Gorleben den bislang zehn größten Polizeieinsätzen der Nachkriegsgeschichte ausgesetzt, so der BI-Sprecher. Wir streiten energisch weiter für den Erhalt unserer Grundrechte und die sofortige Stilllegung der Atomanlagen. Statt Geheimpapieren zu einer angeblichen alternativen Endlagersuche und Polizeiknüppeln, die uns mundtot machen sollen, erwarten wir von einem demokratisch organisierten Gemeinwesen eine öffentliche Debatte über die katastrophale Entsorgungssituation. Die Politik trägt heute die Verantwortung dafür, dass aufgrund der extrem langen Halbwertzeiten noch 50.000 Generationen der tödlichen radioaktiven Gefahr ausgesetzt sein werden.