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vom 10.09.2005

Atomares Zwischenlager Gorleben blockiert

Im folgenden dokumentieren wir die Mitteilung der Republik Freies Wendland, die uns soeben erreicht hat. (Kontakt Francis Althoff 0170 939 4684)

Atomares Zwischenlager Gorleben blockiert. AtomkraftgegnerInnen auf dem Gelände. Seit heute Vormittag haben Anti-Atom-AktivistInnen das Gelände des atomaren Zwischenlagers im niedersächsischen Gorleben besetzt. Ein Ende der Aktion ist nicht absehrbar.

Die AtomkraftgegnerInnen fordern den sofortigen Stopp der Atommüllproduktion, da es weltweit kein sicheres Lager für strahlende Abfälle gibt. Auch wollen sie mit dem weit verbreiteten Missverständnis über den Lagerplatz der Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aufräumen. Diese stehen – was viele Menschen nicht wissen – alle oberirdisch in einer luftdurchströmten Leichtbauhalle. Die Aktion soll kurz vor der Bundestagswahl ein deutliches Zeichen setzen, um der kommenden Regierung, wie sie auch zusammengesetzt sein wird, zu zeigen, daß der Widerstand gegen die verantwortungslose Atommüllproduktion verstärkt weitergehen wird.

Die Aktivisten sind über die Mauer auf das Gelände des Zwischenlagers geklettert und richten sich für einen längeren Aufenthalt ein. Auf einem großen Transparent ist zu lesen: „Halbwertzeit Plutonium: 24.000 Jahre, Haltbarkeit Castor: 40 Jahre. Kinder haften für ihre Eltern."

Auf dem Gelände in Gorleben befindet sich eine Lagerhalle für schwachaktive Abfälle, daneben die große Castor-Halle für hochradioaktiven Atommüll und schließlich die Pilotkonditionierungsanlage (PKA). Die PKA ist bisher nicht in Betrieb genommen. Sie soll als Castor-Reparaturwerkstatt und Atommüll-Verpackungsanlage dienen und hat einen hohen Schornstein, über den radioaktive Abgase in die Umwelt freigesetzt werden können.

Die Castor-Halle hat eine Kapazität von 420 Behältern. Derzeit lagern dort 56 Behälter mit hochradioaktivem Atommüll. Im November sollen weitere 12 Castoren angeliefert werden. Die Kühlung der heißen Behälter erfolgt über filterlose Luftzu- und -abfuhr von außen. Wird ein Castor undicht, ist die Umgebung sofort verstrahlt. Was nach der angestrebten Lagerdauer von 40 Jahren mit dem Atommüll passieren soll ist unklar, da es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll gibt.

Das im Gorlebener Salzstock in Bau befindliche Endlager ist denkbar ungeeignet, um strahlende Abfälle über Jahrtausende sicher aufzubewahren. Deshalb richtet sich die Aktion auch gegen die geplante Wiederaufnahme der Bauarbeiten im Salzstock.

Nächste Schritte des Protests werden die bundesweite Demonstration gegen Atomkraft und für Erneuerbare Energien am 5.11. in Lüneburg, die Aktionen gegen den Castor-Transport nach Gorleben Mitte November und der Widerstand gegen die Fortsetzung des Endlagerbaus sein.

Bearbeitet am: 09.09.2005/ad


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