| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 08.09.2005
| In der wissenschaftlichen Auseinandersetzung um die Sicherheit des als
Atommüllendlager erkundeten Salzstocks Gorleben schlägt die örtliche Bürgerinitiative
Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) Alarm. Grund ist die offensichtliche Abkehr der
Bundesregierung vom seit den achtziger Jahren vorausgesetzten Mehrbarrierenkonzepts zur
Verhinderung des Eindringens radioaktiver Stoffe in die Biosphäre. Denn aus einer Antwort
des Bundesumweltministeriums (BMU) auf Fragen des Ausschusses Atomanlagen des Landkreises
Lüchow Dannenberg geht hervor, die bisherigen Erkundungsergebnisse im Salzstock Gorleben
weisen große ungestörte Salzpartien aus, welche die geforderte Barrierefunktion
übernehmen könnten. Das Deckgebirge weist in der Tat eine geringe Barrierewirkung
auf, bestätigt das BMU in dem Schreiben. Die BI verlangt nun eine genaue Aufklärung der Öffentlichkeit, warum das Deckgebirge über dem Salzstock offensichtlich nach Auffassung des BMU plötzlich keine sicherheitsrelevante Rolle mehr spielen soll. Seit den achtziger Jahren ist bekannt, dass das marode Gorlebener Deckgebirge unter sicherheitstechnischen Aspekten ungeeignet ist, die zum Teil über eine Million Jahre strahlenden radioaktiven Gifte über Wasserwegsamkeiten von der Lebensumgebung fern zu halten, erinnert der BI-Sprecher. Wenn nun diese Tatsache tatsächlich seitens des BMU als unwichtig eingestuft wird, ist dies ein unglaublicher Skandal, der umgerechnet 50.000 Generationen betreffen wird. In Briefen an das BMU und das Bundesamt für Strahlenschutz verlangt die BI deshalb Einblick der Öffentlichkeit in Gutachten, die scheinbar zur Aufgabe der Sicherheitskriterien geführt haben könnten. Laut BI wurden 11 Zweifelsfragen zur Geeignetheit von Salz als Wirtsgestein für hochradioaktiven Atommüll zur Erstellung von Gutachten vergeben. Die Ergebnisse der Prüfung der Einzelfragen sollen in einem zusammenfassenden Bericht zum Vergleich der Wirtsgesteine integriert werden, der im zweiten Halbjahr 2005 vorgelegt werden soll, äußerte sich letztes Jahr die Bundesregierung auf eine Bundestagsanfrage. Die vom Zeitrahmen letzte der 11 Untersuchungen sollte laut Plan im Juni diesen Jahres vorliegen. Der darin enthaltene spezielle Auftragstitel Bedeutung des Mehrbarrierenkonzepts für ein Endlager für radioaktive Abfälle beim Nachweis der Einhaltung von Schutzzielen wurde nach Kenntnis der BI im März 2004 vergeben und sollte am 31. März diesen Jahres vorliegen. Francis Althoff 05843 986789 Bemerkung: Zu den 11 Zweifelsfragen wurden im Einzelnen Aufträge zu den Themen Naturbeobachtung, Sicherheitsindikatoren, Chemotoxische Stoffe, Kritikalität, Rückholbarkeit, Isolations- und Nachweiszeitraum, Menschliche Einwirkungen, Gasentwicklung, Modellrechnungen, Geochemische Prozesse und Mehrbarrierenkonzept. Das letzte Gutachten zur Thematik Rückholbarkeit sollte planungsgemäß im Juni 2005 vorliegen. |
Bearbeitet am: 08.09.2005/ad