| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 30.06.2005
| Auf die jüngsten Äußerungen
des niedersächsischen Umweltministers Sander zur Endlagerung von Atommüll reagiert
die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) mit harscher Kritik.
Sander bettelt nicht nur darum, Niedersachsen zum internationalen Atommüllklo zu
machen, sondern spielt sich inzwischen als heimlicher Bundesumweltminister auf,
fasst ein BI-Sprecher zusammen. Sanders Müllträume offenbaren auf erschreckende Art seine Unfähigkeit als verantwortlicher Minister Bevölkerung, zukünftige Generationen und die Umwelt vor irreversiblen Schäden zu bewahren. Sander will (Wolfsburger Nachrichten 30.06.05) Gorleben so schnell wie möglich zuende erkunden und Schacht Konrad in Salzgitter so früh wie möglich in Betrieb nehmen. In Salzgitter und Gorleben müssen alle Institutionen hin, die mit Kernenergie zu tun haben. Der Schwerpunkt müsse auf Forschung liegen. Weil Endlagerung eine gesamtstaatliche Aufgabe sei, müssten über eine Änderung des Atomgesetzes Bund und Länder gemeinsam für die Endlagerung zuständig werden. Niedersachsen will dagegen laut Sander andere Standorte als Gorleben nur suchen lassen, falls sich Gorleben wider Erwarten als ungeeignet erweist. Wir müssen nur noch die letzten 10 Prozent klären, selbstverständlich ergebnisoffen", so Sander. Der Sprecher der Lüchow Dannenberger BI warnt dagegen: Der Aufbau des Gorlebener Salzstockes und seine Einbettung in die umgebende Geologie sind seit über zwei Jahrzehnten gut bekannt. Er hat Kontakt mit Grundwasser und kann somit den brisanten Strahlenmüll nicht vom Eintritt in die Biosphäre abhalten. Stand der Wissenschaft ist zudem, dass der hochgiftige Atommüll mindestens 1 Million Jahre sicher vor dem Kontakt mit der Biosphäre geschützt werden muss. Zudem sind alle Versuche, Atommüll in Salz einzulagern, bisher dramatisch gescheitert. Man weiß bis heute nicht einmal, ob Salz als Lagermedium geeignet ist. Das mit westdeutschem Atommüll aufgefüllte ehemalige DDR-Endlager in Morsleben bei Helmstedt ist teilweise eingestürzt und das Versuchsbergwerk Asse bei Wolfenbüttel droht samt radioaktivem Müll abzusaufen. Sanders Äußerungen zu Spekulationen, nach denen "Konrad" für europäischen Atommüll geöffnet werden könnte, wir werden vielleicht darüber reden müssen, wir können die Schotten nicht einfach dicht machen," sind nach Befürchtungen der BI auch auf Gorleben übertragbar. Sanders Amtsvorgänger Wolfgang Jüttner (SPD) hatte mit Hinweis, dass in Deutschland weniger Atommüll anfällt als erwartet, bei der Genehmigung von "Konrad" im April 2002 die Kapazität des Endlagers von 650 000 auf 303 000 Kubikmeter mehr als halbiert. "Nun könnte man sagen, 650 000 Kubikmeter strahlen auch nicht gefährlicher als 300 000", meinte Sander dazu. Wer mit solcher Naivität um internationalen Atommüll bettelt, hat sich als Umweltminister diskreditiert, so das Fazit der BI. Francis Althoff 05843 986789 |
Bearbeitet am: 30.06.2005/ad