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vom 01.04.2005

BI: „Grill in Salzstock verbohrt“

Wissenschaftliche Gründe gegen Endlager Gorleben seit Jahrzehnten bekannt

Auf Empörung stößt bei der Bürgerinitiative Umweltschutz die jüngste Äußerung des MdB Grill „Zweifel an der Eignung des Salzstockes Gorleben seien bis heute nicht belegt“ (Die EJZ berichtete). Grill sei „hoffnungslos in den Gorlebener Salzstock verbohrt“, kommentiert ein BI-Sprecher.

Die BI erinnert daran, dass bereits seit dem Beginn der übertägigen Erkundung vor über 25 Jahren ein umfangreiches geologisches und hydrogeologisches Untersuchungsprogramm gehörte. Der äußere Aufbau des Salzstockes und seine Einbettung in die umgebende Geologie sowie die hydrogeologische Eigenschaften des Deckgebirges seien seitdem hinlänglich bekannt. Der Salzstock hat Kontakt zum Grundwasser und kann damit den brisanten Strahlenmüll nicht vor dem Eintritt in die Biosphäre abhalten. Jährlich werden 3.000 bis 12.000 m3 Salz abgelaugt. Zwischen dem Salzstock und den Wasser führenden Schichten befindet sich keine geschlossene Tonschicht als Deckschicht. Zusätzlich ist der Salzstock Gorleben- Rambow immer noch mobil. Deshalb ist „die Gorlebener Tropfsteinhöhle“ weder langfristig noch kurzfristig für folgenschwere Atommüllexperimente geeignet.

Auch Prof. Dr. Eckhard Grimmel, der ab 1980 aufgefordert wurde, den Deutschen Bundestag über Möglichkeiten der Entsorgung radioaktiver Abfälle zu beraten, warnt in seinem neuen Buch „Kreisläufe der Erde“ vor einem Gorlebener Endlager: „Seit 1984 steht fest, dass dieser Salzstock als Endlager ungeeignet ist“. Grimmel fasst in seinem Buch (ISBN: 3-8258-8212-8) zusammen:

„Der Salzstock ist nicht durch eine hinreichende mächtige und lückenlose Tondecke von den wasserführenden Schichten abgeschirmt. Der Salzstock ist nicht in Ruhe, sondern bis in quartäre Zeiten aufgestiegen und steigt noch weiter auf. Der Salzstock hat durch Salzauflösung bereits einen großen Teil seiner Substanz verloren und wird noch weiter abgelaugt. Darüber hinaus ist zweifelhaft, ob Salz grundsätzlich für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle geeignet ist. Durch unkontrollierbare Reaktionen des Salzes (Radiolyse), initiiert durch Wärmeeintrag und Strahlung, istz die Stabilität des Salzstocks zusätzlich gefährdet“. Prof. Dr. Grimmel empfiehlt, die bis jetzt in der Region Gorleben errichteten Zwischen- und Endlagergebäude in ein "Niedersächsisches Museumsdorf für technische Fehlentwicklungen des 20. Jahrhunderts" umzuwandeln, in dem vor allem die Gefährdung der Biosphäre durch den sogenannten Kernbrennstoffkreislauf dargestellt, erläutert und dokumentiert wird. „Dieser Empfehlung können wir uns voll und ganz anschließen. Allerdings muss die Castorhalle, die laut Betreibern nur ein Wetterschutz ist, für Museumszwecke wohl noch abgedichtet werden“, konkretisiert ein BI- Sprecher. Francis Althoff 05843 986789

Bearbeitet am: 01.04.2005/ad

 


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