| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 02.11.2004
Blutkrebs-Skandal eskaliert Stimmung in Gorleben
| Eine sofortige Absage der geplanten Castor-Transporte nach Gorleben fordert die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg. Es ist absolut unzumutbar, ungeachtet des publik gewordenen neuen Kenntnisstands zu den Ursachen der dreifach erhöhten Leukämiefälle rund um den Nuklearstandort Krümmel bei Geesthacht, weiter atombusiness as usual betreiben zu wollen, so ein BI-Sprecher. Es sei ein nicht mehr zu überbietender menschenverachtender Affront, wenn wieder weit über zehntausend Polizisten diesen Transport schützen, aber gleichzeitig in der nur 60 km von Dannenberg entfernten Atomforschungsanlage GKSS bei Geesthacht geheime Forschungen durchgeführt wurden oder gar werden. Der BI-Sprecher fordert stattdessen eine endlich ernstzunehmende und öffentlich nachvollziehbare Aufklärung darüber, auf Grund welcher Experimente Menschen um Geesthacht seit Jahren elendig an Blutkrebs sterben mußten. Nach Ansicht von Wissenschaftlern, die kürzlich aus Protest aus der schleswig-holsteinischen Leukämiekommission ausgetreten sind, können in der Umgebung der Geesthachter Anlagen gefundene Plutonium- und Americiumhaltigen Mikrokugeln aus einer Hybridanlage freigesetzt worden sein, bei der Kernfusion und Kernspaltung zusammen zu Energiefreisetzungen benutzt werden sollten. Ein Brand, der sich 1986 auf dem GKSS-Gelände in der Nähe des Atomkraftwerks Krümmel ereignete, stützt ihre Vermutung eines folgenschweren Unfalls. Geheime Atomexperimente könnten nach Ansicht der zurückgetretenen Kommissionsmitglieder Ursache für die extreme Häufung von Leukämiefällen sein. Die "Süddeutsche Zeitung" (02.11.04) berichtet, als eine Ursache der überproportionalen Tumorerkrankungen könnten völkerrechtswidrige Versuche an einer "Atombombe in der Aktentasche" in Betracht kommen. Experimente mit so genannten radioaktiven Perlen aus Plutonium 239 hätten damals stattgefunden, wird der Strahlenmediziner Edmund Lengfelder von der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Solche Perlen, die mittels Laserimpuls hochverdichtet werden, so dass es zu einer Mini-Atombombenexplosion kommt, seien in Hanau auch für die Brennelemente des seinerzeit entwickelten Hochtemperaturreaktors produziert worden. Bei einem dieser Experimente soll es im September 1986 zu einem Zwischenfall gekommen sein, glaubt die Kommission laut dem Zeitungsbericht. Später sei der radioaktive Müll auf die DDR- Giftmülldeponie Schönberg verbracht worden. Die zurückgetretenen Wissenschaftler vermuten "geheimgehaltene kerntechnische Sonderexperimente" als wesentliche Ursache radioaktiver Kontamination, die zu Leukämie führen kann. Der Verdacht auf völkerrechtswidrige Versuche mit geheimen Mini- Atombomben überschattet den Polizeiaufmarsch um Gorleben und trägt zu einer unverantwortbaren eskalierenden Stimmung bei, warnt ein BI-Sprecher. Seit Jahren würden die wahren Ursachen der Todesfälle von den Aufsichtsbehörden nicht nur verschleiert, die betroffenen Familienangehörigen selbst sollten sogar Nachweise über den Verdacht der Todesursachen erbringen. Statt sich auf den nächsten martialischen Polizeieinsatz gegen die Bevölkerung in Gorleben zu konzentrieren sollten die Verantwortlichen sofort alle Kraft in die Aufklärung und Information um den Skandal der unzulässigen Strahlenbelastungen mit militärischem Hintergrund und tödlichen Folgen stecken. Francis Althoff 05843 - 98 6789 |
Bearbeitet am: 02.11.2004/ad