| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 19.07.2004
| Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg (BI) wehrt sich
gegen 87 Tonnen schwach-mittelradioaktiver AKW-Trümmer aus Rheinland-Pfalz, die ins
Gorlebener Zwischenlager verfrachtet werden sollen. Absender der strahlenden Fracht ist
der 1988 nach nur 13 Monaten Laufzeit vom Netz gegangene Atommeiler Mülheim-Kärlich.
Nachdem vergangenen Freitag die rheinland-pfälzische SPD- Umweltministerin Margit Conrad
die erste Abrissgenehmigung erteilt hat, kündigte der Betreiber RWE an, in den nächsten
Tagen mit der Arbeit zu beginnen. Und, in dieser ersten Abbauphase soll der Müll nach
Gorleben rollen. Gegen die Transporte kündigt die BI Widerstand an. Es zeige sich wieder einmal überdeutlich, wie planlos und verworren die Entsorgungspolitik sei. In Mülheim-Kärlich ist ein Zwischenlager beantragt. Warum der Müll trotzdem quer durch die Republik nach Gorleben rollen soll, bleibe nicht nachvollziehbar. Die Ankündigung Jürgen Trittins, durch den Bau von AKW-standortnahen Zwischenlagern würden keine innerdeutschen Atommülltransporte mehr rollen, erweise sich damit als Farce. Die Bundesregierung verschweige, dass es für schwach-mittelradioaktiven Atommüll überhaupt kein nachvollziehbares Lagerkonzept gäbe. Über das Gorlebener Erkundungsbergwerk für ein Endlager ist nach wie vor ein Moratorium verhängt. Die Bauarbeiten ruhen. Der Bundesumweltminister hat soeben gegenüber dem Spiegel erneut alternative Standortuntersuchungen angekündigt. Jeder Atommülltransport, der trotzdem weiterhin nach Gorleben verfrachtet wird, forciert aber die Wahrscheinlichkeit eines Endlagers, fasst ein BI-Sprecher zusammen. Auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Conrad versuche die Situation schönzureden, wenn sie behauptet, damit wird das letzte Kapitel der unendlichen Geschichte Mülheim-Kärlich aufgeschlagen (Allgemeine Zeitung 17.07.). Das strahlende Müllerbe bleibt für zukünftige Generationen eine unlösbare unendliche Geschichte, so die BI. Francis Althoff |
Bearbeitet am: 19.07.2004/ad