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vom 17.06.2004

Strahlenschutzamt verweigert Informationen

Seit Anfang Februar wartet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg auf die Beantwortung mehrerer an das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) adressierter Briefe. Gemeinsamer Inhalt sind Fragen zu Gefahren von Flugzeugabstürzen auf Atomanlagen und Sicherheit der Castor-Behälter. Hierzu existieren seit Monaten diverse Gutachten, die laut BI vor der Öffentlichkeit geheimgehalten werden. Nun gibt es eine kurze für die BI "absolut unbefriedigende" Antwort auf einen Ende April geschickten Brief.

Wörtlich heißt es im Antwortschreiben des BfS bezogen auf Flugzeugabstürze: "Es gehört zu meinem Verständnis, den Bürgerinnen und Bürgern offen darzulegen, welche Prüfungen im Rahmen der Genehmigungsverfahren durchgeführt werden. Grenzen findet diese Offenheit dort, wo die Darlegung der Vorgehensweise im Rahmen der Prüfung den Schutz der Bevölkerung gefährden könnte. Das von Ihnen angesprochene Gutachten ist entsprechend eingestuft worden. Insofern kann ich Ihnen leider dieses Gutachten nicht offen legen. Entgegen ihrer Interpretation meiner Presseerklärung vom 27.04.04 besteht kein Zweifel an der Sicherheit der bereits im TBL Gorleben stehenden und an den in den nächsten Jahren noch einzulagernden Castor-Behältern."

Die Bürgerinitiative Umweltschutz fragt sich nun kopfschüttelnd, warum Gutachten, die die Gesundheit der Allgemeinheit betreffen nicht offengelegt werden, wenn sie doch angeblich nachweisen, dass gar keine Gefahr existiert. Wenn die Zwischenlagerhalle und die Castor-Behälter wie vom BfS behauptet sicher vor Flugzeugabstürzen seien, könnten schließlich aus einer Offenlegung dieses Nachweises daraus keine möglichen Kriegsgegner oder Attentäter Nutzen ziehen. "So bestätigt sich der Eindruck, dass Bundesamt nähme die Sorgen der Bevölkerung nicht ernst und könne sich gleich in "Bundesamt für Fragenschutz" umbenennen. Die nächsten Castor-Transporte nach Gorleben, die erneut zigtausende Polizisten gegen die Bevölkerung durchsetzen sollen, hat das Amt genehmigt. Besorgte Fragen der Betroffenen dazu werden mit Sprechblasen veralbert," fasst ein BI-Sprecher seinen Unmut zusammen.

Die BI erinnert daran, dass der Präsident des BfS, Wolfram König, im Zusammenhang mit Gutachten zu Flugzeugabstürzen auf Atomanlagen Verantwortung zeigte und empfahl, zumindest 5 AKW wegen akuter Gefährdung sofort stillzulegen. Daraus wurden keine politischen Konsequenzen gezogen. Das Verhalten des BfS sei erschütternd paradox und impliziere nun erst recht, dass im nuklearen Poker mit gezinkten Karten gespielt wird. Obwohl bislang keine Reaktion dazu erfolgte, hat die BI erneut die Strahlenschutzbehörde gebeten, für die betroffene Bevölkerung im Wendland eine Informationsveranstaltung anzubieten.

Francis Althoff 05843-98 6789

Bearbeitet am: 17.06.2004/ad


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