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taz.gif (2747 Byte) Leser/innen-Briefe

vom 17.11.2003

Betr.: Castoren rollen schnell und billig (TAZ 13.11.03)

Aha, dass der letzte Castortransport ins Zwischenlager diesmal „nur“ 58,5 Stunden von La Hague bis Gorleben brauchte statt 61 Stunden im Herbst 2002, das ist sehr, sehr wichtig. Unwichtig für die Berichterstattung ist, dass sich in diesem Jahr im Vergleich zum letzten Jahr fast doppelt so viele Menschen quergestellt haben.

„Schnell beschrieben“ sei die letzte Etappe, „ohne große Zwischenfälle“ sei der Convoi im Zwischenlager angekommen. Das werden die über 1500 Menschen, die bei Minustemperaturen in Grippel und anderswo in der Nacht gekesselt und zum Teil brutal abgeräumt wurden, anders empfunden haben. Wer weiß, ob der Reporter sich davon einen Eindruck gemacht hat, anstatt die Polizei-Version zu übernehmen.

Ungenau nimmt der TAZ-Journalist es mit der Zahl der eingesetzten Polizisten und BGS-Beamten, er spricht von 12.500 „Sicherheitskräften“(!!!). Es waren über 18.000, und das spricht natürlich Bände: da kann man mal sehen, wie wenig Widerstand im Wendland geleistet wird.

Wenn wir auf einer Pressekonferenz mit der Firma Salinas, der Kirche, Greenpeace und der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Rebecca Harms die Gründe für die Nichteignung des Salzstocks Gorleben als nukleares Endlager darlegen, so wäre es vielleicht doch besser, den Pessimismus („44 Castoren sind schon da, keine Regierung der Welt wird die noch einmal wegtransportieren wollen“) gegen unserem Optimismus („der Endlagerstandort wird gekippt“) in der Berichterstattung auszutauschen.

Wolfgang Ehmke, BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.

Bearbeitet am: 18.11.2003/ad


 

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