| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 14.11.2003
Kein Gramm weniger Atommüll
| Heute wird das Atomkraftwerk Stade vom Netz gehen. Ein Grund zum
Feiern? Schön wär´s! Bekannt ist, dass die fehlende Wirtschaftlichkeit des
Atommeilers den Ausschlag zur Stilllegung gibt und verbleibende Reststrommengen, die laut
Konsensvertrag vom Juni 2000 dem Kraftwerk zugebilligt wurden, jetzt auf die
Atommeiler Brunsbüttel und Brokdorf übertragen werden und deren Laufzeit verlängern.
Es wird also kein Gramm weniger Atommüll produziert, sondern lediglich an anderer
Stelle - die Frage, wohin mit dem Dreck, bleibt weiter offen. Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg verweist darauf, dass allein die Reaktoren in Norddeutschland nach der Vereinbarung zwischen rot-grüner Bundesregierung und den Stromkonzernen noch bis zum Jahr 2023 Atomstrom und damit Atommüll produzieren. Natürlich freuen wir uns über jedes AKW, das vom Netz geht. Aber ein Erfolg politischer Arbeit ist die Stilllegung des AKW Stade genau nicht, und überhaupt kein Anlass für ausgelassene Ausstiegspartys, sagte ein BI-Sprecher. Die Stilllegung Stades sei zudem keineswegs spektakulär: bereits das AKW Würgassen und die Reaktorblöcke in Greifswald/Lubmin waren wegen Unwirtschaftlichkeit vom Netz gegangen. Die Gorleben-Aktivisten stört vor allem die billige Ausstiegsrhetorik des grünen Bundesumweltministers Jürgen Trittin. Der hatte während der heißen Phase der letzten Castorauseinandersetzung davon gesprochen, die Stilllegung Stades sei auch ein Signal für das Wendland. Nach Berechnungen des Arbeitskreises Endlagerung, der vom BMU mit der weiteren Endlagersuche beauftragt wurde, erhöht sich die Menge allein des hochaktiven Mülls auf der Grundlage des Konsensvertrages um das Dreifache, hält die BI Trittin entgegen. Die politischen Folgen der angeblichen Atomausstiegspolitik ließen sich gerade erst in der vergangenen Woche im Wendland besichtigen, und sollen sich, wenn der Castor rollt und von 18.000 Polizisten nach Gorleben durchgeprügelt wird, Jahr für Jahr wiederholen. Wolfgang Ehmke (BI): Unser Traum: das große Medieninteresse, das sich trotz der Ausstiegsrhetorik auf Stade richtet, hätte den anhaltenden Widerstand gegen die ungelöste Atommüllentsorgung zum Thema. Wolfgang Ehmke 0171/ 545 4684 |
Bearbeitet am: 14.11.2003/ad