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vom 11.11.2003

Castorfahrplan hat sich verzögert

Polizei beschlagnahmt Feld und stellt Traktoren sicher

Der Fahrplan des Castorzuges aus La Hague hat sich bisher um ca. 5 Stunden  verzögert. Ankettaktionen und Sitzblockaden in Frankreich und Süddeutschland hatten immer wieder für einen Zwischenstopp der tödlichen Fracht gesorgt. Die BI Umweltschutz rechnet nun damit, dass die letzte Etappe des Transports nach dem Verladen von der Schiene auf Straßentransporter in Dannenberg für die letzten 18 Kilometer nach Gorleben frühestens am Dienstagabend stattfindet. In der vergangenen Nacht hatte die Polizei eine Trecker- und Sitzblockade in Groß Gusborn aufgelöst und ein Feld beschlagnahmt, auf dem 40 Traktoren sich zu einem X formiert hatten. Stundenlang hatte die Polizei alle Haupt- und Nebenstraßen östlich von Dannenberg gesperrt.

„Jede Stunde Verzögerung ist ein kleiner Nadelstich. Auch im Wendland werden Menschen mit Sitzblockaden und anderen Aktionen versuchen, den Zeitplan der Atommüllkutscher durcheinander zu bringen“, prophezeit die BI Umweltschutz. Denn je länger der Transport dauere, desto mehr Gelegenheit habe man, die Ausstiegsrhetorik von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zu konterkarieren.

Besonders verärgert sei man über die Behauptung, dass Gorleben als Zwischenlagerstandort entlastet würde. „Uns reicht es, dass für weitere 10 Jahre jährlich 12 bis 18 Castorbehälter nach Gorleben rollen sollen, das heißt ab dem Jahr 2005 zweimal pro Jahr Ausnahmezustand im Wendland. Trittin schweigt sich aus zu unserer Forderung, die Nichteigung des Salzstocks Gorleben regierungsoffiziell zu bestätigen und endlich den Standort aufzugeben“, sagte ein BI-Sprecher.

Das Moratorium auf der Endlagerbaustelle sei kein Aus für das Projekt. Die niedersächsische Landesregierung sei ganz scharf darauf, an der Einbahnstraße Gorleben festzuhalten und seitens der Stromkonzerne werde bereits jetzt das Kostenargument - in Gorleben wurden 1,4 Milliarden Euro verbuddelt - bemüht, um den Weiterbau einzufordern. „Um so dringender stellt sich die Frage, warum Trittin nicht den Mut hat, von einem Salzstock, der Wasserkontakt hat, abzurücken“, so die BI.

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Francis Althoff 0170- 939 4684 und Dieter Metk 0170 762 7871
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Bearbeitet am: 11.11.2003/ad


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