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vom 04.11.2003

Eine neue „Castorrunde“ im Wendland steht vor der Tür

12 Behälter mit verglasten hochradioaktiven Abfällen sollen am kommenden Sonntag um 19 Uhr die Verladestation im französischen Valogne/La Hague verlassen. Mit der Einlagerung eines weiteren Dutzend an Behältern summieren sich die Castoren auf 40 von insgesamt 420 Stellplätzen im sogenannten „Transportbehälterlager Gorleben“.

„Schon der offizielle Name täuscht darüber hinweg, dass Gorleben nach der Plänen der Atomindustrie Endstation ist“, kritisiert die BI Umweltschutz. Auch in diesem Jahr werden Tausende von Demonstranten aus Protest gegen die Atommülltransporte auf die Straße gehen. Die Gorleben-Gegner/innen rechnen mit 3000 bis 4000 Demonstranten allein am Samstag (8.11.) zur Auftaktkundgebung in Dannenberg. Die Demonstranten ziehen um 13 Uhr vom Dannenberger Marktplatz auf ein Feld bei Splietau. In Sichtweite zum Castorverladekran wird auf der Kundgebung um 15 Uhr, die der Republikanische Anwaltsverein (RAV) angemeldet hat, u.a. der Vorsitzende der ältesten Bürgerrechtsvereinigung der BRD, Reinhard Mokros, sprechen. Das Engagement der Anwalts- und Bürgerrechtsvereine im Wendland gründet sich die fortgesetzte Praxis der Demonstrationsverbote. Weiträumigen Absperrungen und einem Totalverbot von Kundgebungen ab dem 10. November in einem flächendeckenden Gebiet wird die BI im Laufe dieser Woche mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg entgegentreten, kündigte Wolfgang Ehmke (BI) an.

Mit einer Fülle von Ideen werden die Castorgegner/innen auf die Straße und an die Schiene gehen, um „Bewegung in die festgefahrene Atommüllpolitik“ zu bringen. „Castorelle Landpartie“ ist der Titel, dahinter verbirgt sich ein Mix aus Lesungen, Konzerten, Filmaufführungen und Aktionskunst, so dass Aktivisten und Besucher der Veranstaltungen tagelang den Castor-Tranportkorridor kreuzen müssen, um zu den vielen Veranstaltungen zu gelangen. Die Menschen im Wendland mischen sich ein: Die Bauarbeiten unter Tage im Endlagerbergwerk in Nachbarschaft zum „TBL“, der Castorhalle, ruhen zwar seit Oktober 2000, die Gründe für die Nichteignung des Salzstocks Gorleben aber werden regierungsoffiziell nicht genannt.

Festgefahren ist auch Bundesumweltminister Jürgen Trittin mit seinem Vorhaben, die Endlagersuche jenseits von Gorleben und dem Schacht Konrad bei Salzgitter noch einmal neu zu starten. Der Schacht Konrad als Lager für schwach- und mittelaktive Abfälle wurde genehmigt.

„Die Abfallverursacher müssen für die Finanzierung des Suchverfahrens und alle Ausgaben zur Kasse gebeten werden, deshalb fordern wir die Überführung der rd. 30 Milliarden Euro, die bereits für den Rückbau und die Entsorgung zurückgestellt wurden, in einen öffentlich-rechtlichen Fonds, „lautet eine wesentliche Forderung der Gorleben-Gegner/innen. 1,4 Mrd. Euro wurden bereits im Gorlebener Salzstock verbuddelt.

„Wir wollen nicht am Ende damit konfrontiert werden, dass die Macht des Faktischen, die einmal getätigten Investitionen den Ausschlag bei der Endlagersuche geben“, warnt die BI. Die Demonstranten wollen sich mit ihren Aktionen aber auch in die energiep olitische Debatte der letzten Wochen einschalten, sagte Ehmke: „Uns geht es um den Stopp der Atommüllproduktion, die sofortige Stilllegung der AKW´s und die weitere Förderung der Regenerativen Energien.“

Wolfgang Ehmke 0171/ 545 4684

Bearbeitet am: 03.11.2003/ad

 


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