| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
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vom 14.08.2003
| we Hitzacker. Bei sengender Hitze riegelt eine
Hundertschaft Hannoveraner Bereitschaftspolizei eine Bahnkreuzung in der Nähe der Freien
Schule Hitzacker ab. Die Schranke ist in blaue Folie eingepackt, außer
Betrieb ist sichtbar draufgeklebt. Der Bahnkörper der Strecke zwischen Lüneburg
und Dannenberg-Ost wird bekanntlich runderneuert: Schotter neu, Gleise neu. Tauglich für
den Schwerlastverkehr. Rund 20 Millionen Euro gibt die Bahn AG für die Ertüchtigung des
Bahngleises aus. Vom 11.Juli bis 19.August, mitten in der Sommerzeit, in der viele
Urlauber als sanfte Touristen mit dem Rad in die Region fahren, fährt kein Zug. So
vergrault man Urlauber auf ihrem Weg in die Region aktiv, meint Maria Horn vom
Verkehrsclub Deutschlands (VCD). Sie war der Einladung zu der vierten Mahnwache in Folge
gefolgt, die von der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg als Protest
gegen den Ausbau der Bahnstrecke für die Castortransporte angemeldet wurde. Wieder einmal konnte die kleine Schar Atomkraftgegner nur einzeln die Bahngleise queren. Doch das, was wie Kasperletheater wirkt, ist eine angemeldete Veranstaltung, für die es weder eine Genehmigung noch ein Verbot gibt: Darf man oder darf man nicht auf einer Straße demonstrieren, wenn diese eine Bahnlinie kreuzt? Nein, sagt der Polizeichef Burmester, darf man nicht. Doch, sagen die Demonstranten, denn es dürfe keine grundrechtsfreien Räume geben. Die Kollegen des BGS, die den Bahnhofsbereich Hitzacker sichern, geben sich lockerer und lassen die Demonstranten bei ihrem Rundgang das Gleis auch als Gruppe passieren. Maria Horn sieht den Ausbau des Castorgleises mit gemischten Gefühlen, sagt sie in der abschließenden Diskussionsrunde. Es sei schon ärgerlich, dass der Deutschen Regionaleisenbahn (DER), die die Strecke Lüneburg Lüchow übernehmen wollte, der Zuschlag seitens der niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) verweigert wurde. 1000 Fahrgäste täglich müssten die Bahn auf dieser Strecke nutzen, um schwarze Zahlen zu schreiben. Das Risiko sei, dass vielleicht in zwei, drei Jahren die DER dieses Unterfangen hätte aufgeben können mit der Folge, dass dann auch keine Castoren mehr bis Dannenberg-Ost rollen könnten. Es ist also ein Industriegleis, folgerte Horn aus der Entscheidung der LNVG. Über die Kostenverteilung für den jetzigen Ausbau der Bahntrasse könnte man nur Mutmaßungen anstellen, vermutlich lege die Bahn AG die Kosten allgemein auf die Fahrgäste um, anstatt die Atomwirtschaft zur Kasse zu bitten. Mit der Unterstützung von Geldern aus dem Bingo-Lotto habe der VCD jetzt eine Internetpräsentation erarbeitet, die es möglich mache, vor allem für Fahrradtouristen die Anreise ins Wendland übersichtlich und attraktiv zu machen, dazu gehöre auch der Ausbau des Juniorbahnhofs in Dannenberg zu einer Mobilitätszentrale. Horn: Unsere Arbeit wird erschwert oder unmöglich gemacht, wenn das eigentliche Plus der Bahn, verlässlich zu fahren, für den Ausbau des Castorgleises wochenlang entfällt. Wolfgang Ehmke |
Bearbeitet am: 14.08.2003/ad