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vom 27.05.2003

Gorleben bröckelt

Atommüllentsorgung weiter ungelöst

Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg will wegen der Rissbildung im Erkundungsbergwerk Gorleben unabhängige Gutachter einschalten. Die Risse beeinträchtigen nach Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) die Arbeitssicherheit. „Wir aber fragen, welche Wasserwegsamkeiten durch derartige Risse entstehen, sollte eines Tages in Gorleben hochradioaktiver Müll eingelagert werden, der zudem noch heiß ist“, meinen die Gorleben-Gegner/innen.

Diese konzentrieren zur Zeit ihre Anstrengungen darauf, Gorleben als potentiellen Endlagerstandort der BRD zu kippen. Für den 31. Mai ruft die BI zu einem 12 stündigen „Fest zum Protest“ vor den Mauern der Endlagerfestung ein. Debatten, DJ´s und Disco wechseln zwischen 3 Uhr nachmittags und 3 Uhr nachts einander ab. Kutschfahrten rund um die Endlagerbaustelle, ein Kinderprogramm und eine heiße Rocknacht sollen dazu beitragen, dass Gorleben als Endlagerstandort bröckelt.

Von der Bundesregierung fordert die BI, endlich unmissverständlich die geologischen Schwachstellen Gorlebens zu benennen, um die Geisterdiskussion um die angebliche Tauglichkeit des Salzstocks Gorlebens zu beenden. Ohne begründete Zweifel an der „Eignungshöffigkeit“ Gorlebens hätte es kein Moratorium gegeben, trotzdem habe Rot/Grün dieser Formel im Text des sogenannten „Atomkompromisses“ mit der Energiewirtschaft zugestimmt. Eine ergebnisoffene Endlagersuche und die vielbeschworene „weiße Landkarte“ für diese Suche gebe es aber nur, wenn die Altlasten wie der Schacht Konrad und Gorleben endlich ad acta gelegt würden.

„Auch 40 Jahre nach dem Beginn der kommerziellen Nutzung der Atomenergie ist die nukleare Entsorgung ungelöst, Gorleben darf nicht die Not- und Billiglösung werden“, sagte ein BI-Sprecher. Mit der Weigerung der Atomwirtschaft, sich personell und finanziell an der weiteren Endlagersuche zu beteiligen, wollten sich die Verursacher aus der Verantwortung stehlen. „Wir warten nicht mehr bis zum nächsten Castortransport, um unsere Forderungen unmissverständlich vorzutragen, der 31. Mai ist die nächste Datum im Protestkalender und gleichzeitig der Start für die Mobilisierung gegen den nächsten Castortransport im November.“

Wolfgang Ehmke 0171/ 54 54 684

Bearbeitet am: 27.05.2003/ad

 


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