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vom 25.05.2003

31. Mai - Das Fest zum Protest in Gorleben

Von 15.oo - 3.oo nachts - „Feiern, bis der Salzstock wackelt“

Weitere Anzeichen haben sich in der vergangenen Woche ergeben: Der Gorlebener Salzstock fängt an zu bröseln. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat angekündigt, wegen erneuter Risse im Salzstock bis in den Oktober hinein bergbautechnische Sanierungsarbeiten durchführen zu müssen. „Weil sich bereits in den ersten zehn der zu erfüllenden mindestens eine Million Jahre Standsicherheit nicht die behauptete Haltbarkeit erweist,“ kommentiert ein BI-Sprecher. „Die Atommüllfässer im „Versuchsendlager“ Salzstock Asse bei Wolfenbüttel sind schon vor Jahren abgesoffen, das marode Endlager Morsleben hat nach einem Deckeneinsturz endgültig das Thema Endlagerung in Salz drastisch ad absurdum geführt. Die Bundesregierung ist nun in Erklärungsnot, warum das Projekt im Gorlebener Salz nicht endlich konsequent aufgegeben wird.“

Die Atomkraftgegner wollen da noch eins 'draufsetzen: "Feiern, bis der Salzstock wackelt" ist ein Motto für das Fest zum Protest am 31. Mai direkt an den Gorlebener Atomanlagen. Der Widerstand zeigt sich dabei wieder einmal in seiner bekannten bunten Vielfalt. Und daß am letzten Mai- Sonnabend die Post abgeht, dafür sorgt ein volles Programm, „von 3 bis 3 auf 3 Bühnen“. Bei Livemusik diverser Stilrichtungen mit "Watering Eye", und "Ruffians", aus Berlin, "Dubtari" aus Hamburg und der wendländischen Band "Hoerstuaz" sollte für jeden etwas zum Abhotten dabei sein. Eine Theaterbühne bietet Gemäßigteres für Auge und Ohr mit dem „anarchist travelling circus“. Jede Menge Infos zur Endlager- und Atomproblematik sind an der Speaker's Corner-Bühne zu erhalten. Zu „Sightseeing mit Reiseleitung“ um die Endlagerbaustelle rollen regelmäßig Kutschen und Trecker.

Für Kinder und Junggebliebene ist ein Mitmachzirkus angesagt. Jonglieren, Schminken, Stelzenlaufen, Einradfahren, Karusselfahrten, Musik vom Schulorchester der KGS Clenze und Gute-Nacht-Geschichten mit Heinrich Hannover sind im Angebot. Die etwas älteren "Kids" können sich an Grafitti-Workshops beteiligen, bis Sonnenuntergang beim Robin Wood-Baumkletter-Workshop an Walkways-Seilbrücken Spaß finden und sich dabei vielleicht zu neuen Ideen für die kommenden CASTOR- Transporte inspirieren lassen. Die Videogruppe der BI präsentiert als Uraufführung den neuesten Film zum letzten Castortransport. Greenpeace wird die Festungsmauer um das Erkundungsbergwerk mit Dia-Projektionen testen, die AG Bahn präsentiert die CASTOR-Strecke von Lüneburg bis Dannenberg im Maßstab 1:87. Daneben lädt ein 6 mal 6 Meter hoher begehbarer „schwarzer Block“ zum Staunen ein. Wer sich kreativ betätigen will, kann auch an einem großen Atomklo mitbauen, dass am 18. Juni bei einer internationalen Aktion gegen die Aufnahme des EURATOM-Vertrags in die EU-Verfassung am „Atomium“ in Brüssel aufgestellt wird.

Initiativen aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligen sich mit ihren Info- Ständen. Vielfältige Speisen und Tränke werden an diversen Ständen nicht nur von der VolXküche angeboten. Der gesamte Erlös des Fests geht an den Widerstand - kommerzielle Händler sollten also lieber zu Hause bleiben. Für mindestens 2 Euro Eintritt gibt es im Tausch den „Fest zum Protest-Button“. Der "Widerstand" hat übrigens beschlossen, daß es ganz hervorragendes Wetter geben wird, so daß „mit Sack und Pack und Zelten“ auf der Wiese von Bauer Wiese in Gedelitz genächtigt werden kann.

Francis Althoff 0170 / 939 4684 + 05843 / 98 6789

Bearbeitet am: 26.05.2003/ad


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