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vom 04.11.2002

Redaktion: Aktuelles/Umwelt

CASTOR-Sicherheit – nix paletti!

AktivistInnen von ROBIN WOOD und der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg haben zeitgleich in Gorleben und Berlin gegen den anstehenden Atommüll-Transport ins Wendland protestiert und auf die Gefahr nicht-bruchsicherer CASTOR-Behälter hingewiesen. Vor der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung simulierten sie den Falltest eines CASTORS. Vor dem Atommülllager in Gorleben legten AtomkraftgegnerInnen Holzpaletten als Stoßdämpfer aus.

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Kürzlich war bekannt geworden, dass in Berechnungen zur Störfallsicherheit der Behälter grobe Fehler stecken – von der Verwechselung von Kubikmeter mit Quadratmetern bis hin zum Vertauschen von Zähler und Nenner in Gleichungen. „Die Behauptung des Herstellers und der Behörden, dass die Behälter mit der ultragiftigen Fracht einen Absturz aus drei Meter Höhe unbeschadet überstehen, muss seither als bloßes Glaubensbekenntnis betrachtet werden“, kritisiert ROBIN WOOD-Vorstand Jürgen Sattari. Wirklich getestet wurde die Sicherheit des CASTOR-Behälters HAW 20/28 CG nie. Was der Behälter aushält und was nicht, wurde allein auf dem Rechenweg ermittelt. Und eben diese Berechnungen waren grob falsch.

Trotzdem soll in der nächsten Woche erneut ein Transport mit Behältern genau dieses Typs (HAW 20/28 CG) aus der franzöischen Plutoniumfabrik La Hague in das niedersächsische Atommülllager Gorleben rollen. Mit zwölf Behältern soll es sogar der größte Transport aus Frankreich sein, den es je gegeben hat. „Die einzig richtige Konsequenz aus dem CASTOR-Skandal ist, den Transport abzusagen“, erklärten ROBIN WOOD und wendländische BI unisono.

Bislang ist lediglich vorgesehen, dass im Auf- und Abladebereich der Behälter im Lager neuerdings Holzstoßdämpfer auf dem Betonboden ausgelegt werden. „Hier trifft Hightech auf Steinzeit“, lautet der Kommentar von ROBIN WOOD und BI. Für Bereiche, in denen keine Stoßdämpfer liegen, wird eine Hubhöhenbegrenzung des Hallenkrans eingerichtet, so dass ein Behälter nicht mehr als 25 Zentimeter über dem Hallenboden angehoben werden kann. „Ein Fall aus 25 Zentimeter Höhe entspricht einer Aufprallgeschwindigkeit von knapp vier Stundenkilometern“, erläutert Francis Althoff, Pressesprecher der BI Lüchow Dannenberg. „Legt man diese Sicherheitsmaßnahme für den kompletten Transport zugrunde, dürfte der ganze Transport, ähnlich wie es in den USA vorgeschrieben ist, nicht schneller als mit einem Tempo von vier Kilometer pro Stunde rollen. Er wäre dann 14 Tage von La Hague nach Gorleben unterwegs.“

Mitverantwortlich für die hochgefährliche Schlamperei ist die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Sie hatte im Auftrag des Bundesumweltministers die Behälter geprüft und keinerlei Beanstandungen gemeldet. Als atomrechtliche Genehmigungsbehörde sollte sie unabhängig sein. Doch ist die BAM eng mit der Atomindustrie verbandelt. So tritt sie als Gutachterin für die Atomindustrie auf, die sie eigentlich kontrollieren soll. ROBIN WOOD und BI fordern, die BAM-Abteilung „Sicherheit von Transport und Lagerbehältern für radioaktive Stoffe“ künftig dem Umwelt- und nicht wie bisher dem Wirtschaftsministerium zu unterstellen. Schließlich sollten bei den Prüfungen nicht wirtschaftliche Belange im Vordergrund stehen, sondern die Gesundheit von Menschen und der Schutz der Umwelt vor radioaktiver Verstrahlung.

Für Rückfragen können Sie sich gern an uns wenden: Jürgen Sattari, ROBIN WOOD-Vorstand, 0171 / 28 59 622 (in Gorleben); Ute Bertrand, ROBIN WOOD- Pressesprecherin, 0171 / 835 95 15 (in Berlin); Rosi Schoppe, Vorstand der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, 0175 / 74 24 606 (in Berlin); Francis Althoff, Pressesprecher der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (in Gorleben), 0170 / 939 46 84

Für Fotos wenden Sie sich bitte an die ROBIN WOOD-Pressestelle, Tel. 040 / 380 892 0.

Bearbeitet am: 05.11.2002/ad


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