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vom 10.01.2001

Widerstand gegen die Wiederaufnahme von Castortransporten formiert sich -  Gorleben bleibt auch unter Rot-Grün das zentrale Atommüllclo

Gemeinsam mit der Bundessprecherin der BUND, Renate Backhaus, und Wolfgang Neumann (Gruppe Ökologie Hannover) haben wir am 10. Januar in Hannover im Anschluss an die Landespressekonferenz eine Studie Neumanns vorgestellt, in der das Atommüllaufkommen auf dem Hintergrund des faulen Atomkompromisses vom Juni 2000 zwischen Rot-Grün und Stromwirtschaft errechnet wurde. Diese Studie ist erschienen unter dem Titel "Entsorgungsfiasko. Eine aktuelle Atommüllbilanz" in der BI-Schriftenreihe "Zur Sache" (Nummer 2), herausgegeben von der BI Ahaus und BI Lüchow-Dannenberg. Ganz aktuell war, dass am 10.01.01 der Genehmigungsbescheid für die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) Gorleben veröffentlicht wurde. Auf der Pressekonferenz habe ich spöttisch angemerkt, dass die die Ahauser Geschäftsleute den 3. März als Transporttermin gewünscht hatten, und dann gesagt, wir würden am langen Samstag in Ahaus einkaufen gehen. Es tut mir leid, dass daraus geworden ist, der 3.3. sei Transporttermin, richtig ist, dass zwischen dem 28.2. bis 5.3. der Sixpack aus Neckarwestheim rollen kann. Ich hoffe, dass das richtig gestellt wird und dass die Aufregung um die Termine kräftig für die Mobilisierung genutzt wird. Wir haben heute erklärt: Die Atomkraftgegner/innen im Wendland verfolgen ein ehrgeiziges Ziel: sie wollen den Zeitplan für den nächsten Castorkonvoi nach Gorleben durcheinanderbringen. Genehmigt wurde dieser seitens des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) für die 13. Kalenderwoche (26.- 28.März). Dieser enge Zeitkorridor, in dem 6 Behälter mit verglasten hochradioaktiven Kokillen aus der Plutoniumschmiede Cap de la Hague nach Gorleben rollen soll, mache es möglich, die Aktivitäten der Atomkraftgegner/innen aus dem gesamten Bundesgebiet zu fokussieren. "An diesem Transport hängt viel", weiß die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, denn ohne den Mülltransfer aus Frankreich nach Deutschland weigere sich die französische Regierung, abgebrannte Brennelemente aus Biblis, Stade oder Philippsburg zur Wiederaufarbeitung anzunehmen. Die Folge seien erhebliche Entsorgungsengpässe in einigen deutschen Atomkraftwerken und infolgedessen drohende Stillstände. "Mit unseren Aktionen wollen wir die Atomausstiegsdebatte wieder anschieben, denn das, was im vergangenen Jahr unter der falschen Etikette Ausstieg im Konsens mit der Industrie verabredet wurde, sichert den Bestandsschutz der Reaktoren und eröffnet auf Jahre an der Wiederaufarbeitung in La Hague oder dem britischen Sellafield festzuhalten, mit dem Atomausstieg oder dem Ende der Wiederaufarbeitung hat das nichts zu tun," sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Enttäuscht und verbittert sind die Gorleben-Gegner/innen aber auch aus anderen Gründen. "So wurde seitens Rot-Grün der Zweck einer Pilot-Konditionierungsanlage so umgedefiniert, dass sie jetzt den Betrieb aufnimmt, und zwar als zentrale Reparaturanlage für Castoren, die doch angeblich allen Extrembelastungen und Sicherheitsanforderungen genügen sollten", moniert die BI. Das Moratorium auf der Endlagerbaustelle beargwöhnen die Gorlebenkritiker ganz besonders, weil im Jahr 2001 sogar mehr Geld für die Offenhaltung ausgegeben wird als im Jahr zuvor (114,5 Mio. gegenüber 99 Mio. in 2000). "Hier spielt Rot-Grün auf Zeit, anstatt die Endlagersuche auch dadurch zu forcieren, dass auf Gorleben endgültig verzichtet wird", merkte Ehmke an. Den Rückhalt für die sich anbahnenden Auseinandersetzungen suchen die Bürgerinitiativen bei den Umweltverbänden, Gewerkschaften und Kirchen. Ehmke: "Auf offene Unterstützung aus dem parlamentarischen Raum rechnen wir nicht, aber viele Enttäuschte rot-grüner Politik werden sich auf ihre eigene Kraft besinnen und sich den Aktionen anschließen. Unser Traumziel bleibt: der nächste Tag X findet nicht statt und 2001 bleibt castorfrei."

Wolfgang Ehmke 0171/54 54 684

Bearbeitet am: 11.01.2001/ad


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