Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 17.11.2000  Go-in im"Desinformationshaus" der Brennelementlagergesellschaft Gorleben hat gerichtliches Nachspiel 

 Amtsgericht Dannenberg 20.11.00 um 9 Uhr - Prozessserie bis Juni 2001/ BI Umweltschutz fordert Einstellung der Verfahren

Die Einstellung aller Prozesse gegen die Besucher/innen des  "Desinformationshauses" der BLG vom Juni 1998 fordert die Bürgerinitiative  Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg. Die Nachrichten über die äußerliche  Kontamination von Transportbehältern beim Transport abgebrannter  Brennelemente bis zum 10.000fachen des zugelassenen Wertes und die Empörung  über die Praxis von Verantwortlichen in den Atomkraftwerken und der  Atommüllspediteure, trotz der - intern bekannten - Grenzwertüberschreitungen  entsprechende Transporte durchzuführen, hatte zahlreiche Menschen zu einem  demonstrativen "Besuch" im Gorlebener BLG-Haus animiert. 

30 Menschen werden  nun mit einer Prozessserie, die bis zum Juni 2001 datiert ist, überzogen. Die  Anklage reicht von Hausfriedensbruch über Nötigung bis zum Vorwurf der  Körperverletzung.  "Wir fordern die sofortige Einstellung dieser Prozesse", schreibt dazu die  Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg. "Wenn sich hier jemand  vor Gericht verantworten müsste, so wären dies die verantwortlichen  Mitarbeiter in den Kraftwerken und der Firma Nuclear Cargo, die für die  Transporte zuständig war". Aber auch die Gesellschaft für Nuklearservice  (GNS), deren Töchter die Zwischenläger in Gorleben und Ahaus betreiben, habe  die äußerliche Kontamination von Castoren in der Vergangenheit und damit auch  eine Gesundheitsgefährdung von Bahnarbeitern und Begleitschutz wissentlich  hingenommen. 

"Es ist typisch, dass sich die Strafverfolgung auf diejenigen konzentriert,  die auf den Kontaminationsskandal verweisen, dass aber unsere Strafanzeige  gegen die Verseucher im Sande verlief, weil eine Gesundheitsgefährdung "rein  potentiell" sei," hält BI-Sprecher Wolfgang Ehmke fest. Das rot-grüne  Umweltministerium habe auch diesen Vorfällen nicht einmal die Konsequenz  gezogen, mögliche weitere Grenzwertüberschreitungen unter Strafe zu stellen.  Ehmke: "Den angeklagten Demonstranten gilt deshalb die uneingeschränkte  Solidarität des Gorleben-Widerstands!" 

Wolfgang Ehmke 0171/54 54 684

Bearbeitet am: 17.11.2000/ad


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