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vom 11.11.2000

Die Brücke wird zum Nadelöhr!

Deutschland und Frankreich haben im Streit um die Castortransporte bei ihrem Gipfeltreffen in Vittel am Freitag keine Einigung erzielt. Bundeskanzler Gerhard Schröder konnte keinen genauen Termin für einen nächsten Transport von hochradioaktivem verglasten Müll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage Cap de la Hague ins Zwischenlager Gorleben unterbreiten, weil die Transportstrecke wegen Brückenbauarbeiten derzeit nicht passierbar ist.

Vorerst werden im Gegenzug auch keine abgebrannten Brennelemente aus Philippsburg oder Stade nach Frankreich rollen.

Bis Weihnachten sollen hochrangige Regierungsvertreter Konzepte erarbeiten, wann und unter welchen Umständen die Transporte wieder aufgenommen werden. "Dem Brückenbau und dem Ausbau der Castorverladestation in Dannenberg kommen deshalb eine überragende transportlogistische Bedeutung zu", kommentiert die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg, die bereits für den 3. Dezember eine Protestkundgebung in Pisselberg/Dannenberg unweit der Bahntrasse angekündigt hat. Jeder Tag Verzögerung bei der Fertigstellung der Castortransportetrasse könne angesichts dieser Umstände bedeutsam werden und die Regierungsvereinbarungen konterkarieren.

Die Gorlebengegner/innen beklagen darüberhinaus die massive polizeiliche Sicherung der Baustelle, Verstöße der Bahn AG gegen Auflagen der Unteren Deichbehörde und das Stillschweigen der Staatsanwaltschaft in Sachen Strafanzeig - aus Sicht der BI werden beim Brückenbau Bestimmungen des Denkmalsschutzgesetzes missachtet. "Hier bekommt der Atomstaat einmal wieder Konturen. Selbst die Baustellensicherung der Firma Bahn AG durch BGS und Polizei geschieht im Interesse der Atomindustrie, die wiederum mit 7 Millionen DM den Brückenbau der Bahn AG sponsert", kritisiert die BI.

Wolfgang Ehmke 0171/ 54 54 684 oder 05864/ 54 54 684

Bearbeitet am: 11.11.2000/ad


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