| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | ||||||||
|
vom 29.05.2000
Atommüll: Cogéma drängt auf Abtransport der Kokillen
| Die Betreiberin der französischen Wiederaubereitungsanlage (WAA) La
Hague Cogéma drängt auf den Abtransport der sechs Behälter mit hochradioaktiven
verglasten Abfällen, die seit März 1998 bereitstehen, nach Deutschland. Das unterstrich
ein Sprecher der Cogéma auf der Jahrestagung Kerntechnik, die in der vergangenen Woche in
Bonn stattfand. Nach Darstellung von Wolfgang Neumann (Gruppe Ökologie Hannover), der u.a. im Auftrag der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg an der gesamten Tagung teilnahm, besteht die Cogéma gar auf einem Junktim: neue Anlieferungen abgebrannter Brennelemente nach La Hague sollten nur angenommen werden, wenn zuvor der Strahlenmüll von der deutschen Seite zurückgenommen wurde. Das läuft auf einen nächsten Sixpack nach Gorleben noch in diesem Jahr heraus", folgert die BI aus dem Statement. Denn nur für Gorleben liegt bislang eine Einlagerungerlaubnis für derartige Abfälle vor. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, dass dieser Müll in den Verantwortungsbereich der AKW-Betreiber überstellt würde", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Gorleben sei aus Sicht der Atomwirtschaft nicht als Deponie abgeschrieben, sondern firmiert in deren Diktion unter dem Titel Nukleares Entsorgungszentrum für die Direkte Endlagerung". Dazu passe, dass für die Einlagerung weiterer Behältertypen, den TN 900 und den Großbehälter Castor V/52, jetzt Genehmigungsanträge gestellt wurden, erfuhren die Tagungsteilnehmer. Seitens der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) werde für die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) für die nächsten Wochen bis Monate" mit einer Genehmigung gerechnet, gab Neumann die GNS-Äußerungen wieder. Die Kernkraftlobby sei derzeit unter sich, auf der Jahrestagung sei kein Sprecher der rot-grünen Bundesregierung vertreten gewesen, Bundeskanzler Gerhard Schröder habe eine Einladung ausgeschlagen. Dennoch sei angesichts des Verlaufs der Konsensverhandlungen die Stimmung gedämpft optimistisch" gewesen, berichtet Neumann. Wolfgang Ehmke |
Bearbeitet am: 29.05.2000 /ad