Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 15.03.2000

Stromkonzerne führen Konsensgespräche ad absurdum

„Der schleppende und zähe Verlauf der Atomkonsensgespräche belegt, dass die Stromkonzerne nur auf Zeit spielen, weil sie nicht einigungswillig bzw. -fähig sind", folgert die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg aus dem Verlauf der gestrigen Verhandlungsrunde, die erneut ohne Ergebnis blieb.

Während der Umweltrat in seinem aktuellen „Umweltgutachten 2000" aus Sicherheitsgründen sogar Gesamtlaufzeiten von Atomkraftwerken von deutlich unter 30 Jahren für erforderlich hält, hätten die SPD- und Grünenparlamentarier mit ihrer vorschnellen Festlegung auf die Formel „30 plus 3" den Branchenvertretern gegenüber signalisiert, dass sie den Bestandsschutz der Atommeiler nicht in Frage stellen wollen. „Kein Wunder, dass die Wirtschaft jetzt hoch pokert und gar auf illusionäre 40 Jahre Laufzeit setzt", konstatiert die Bürgerinitiative, sicherlich hätte sich die grüne Führungsspitze kurz vor ihrer Bundesdelegiertenkonferenz ein anderes Ergebnis als die Peinlichkeit des Scheiterns der Konsensstrategie gewünscht.

„Wir appellieren deshalb an die grünen Delegierten, mit ihrem Votum ein klares Zeichen zu setzen und dem Konsensspuk ein Ende zu bereiten", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. „Das Reaktorrisiko und das Atommüllfiasko dulden keinen weiteren Aufschub mehr. Spätestens wenn Castortransporte wieder rollen, wird man begreifen, dass die Stillegung von Atomkraftwerken nicht mit Zugeständnissen in der Entsorgungsfrage zu erkaufen sind."

Die Position des wendländischen Widerstands wird auf dem Karlsruher Grünen-Parteitag von Wolfgang Eisenberg vertreten, der für die Bäuerliche Notgemeinschaft vor den Delegierten spricht.

Wolfgang Ehmke 05863/98 30 76 

Bearbeitet am: 15.03.2000 /ad


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