| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | |||
|
vom 29.12.1999
Guten Rutsch!
| "Welche Vorkehrungen wurden im Hinblick
auf das Jahr-2000-Problem im Brennelementzwischenlager Gorleben und im Endlagerbergwerk
getroffen?" Diese Frage wirft die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
(BI) auf, weil inzwischen auch von offiziellen Stellen Unsicherheiten eingeräumt werden.
Das Problem ist bekannt: Computergesteuerte Systeme sind möglicherweise überfordert, die
Doppel-Null beim Übergang ins Jahr 2000 zu erkennen. Chips aber findet man inzwischen
überall: in Kaffeemaschinen und Kernkraftwerken. "Wir hoffen, dass dieser Computer-
Check auch in Gorleben vorgenommen wurde," schreibt die BI. Größeren Anlass zur
Besorgnis jedoch als der Ausfall von Sicherungseinrichtungen und des Förderkübels in
Gorleben böte die Tatsache, dass die Atomreaktoren nur auf 30% ihrer Leistung
heruntergefahren werden, anstatt sie ganz vom Netz zu nehmen. "Ein plötzlicher Leistungsabfall in den AKW´s kann verheerende Folgen haben", warnt die BI und erinnert an den jüngsten Streit, auf den die Trittin-Administration beschwichtigend reagierte: Der Hamburger Informatikprofesssor Klaus Brunnstein verwies darauf, dass in den AKW´s Unterweser und Neckarwestheim digitale Leittechnik eingebaut wurde, die die Schnellabschaltung steuern soll. "Für uns ist - unabhängig von der Ausstiegsdebatte - völlig unverständlich, wenn aus Imagegründen Sicherheit vorgegaukelt wird," kritisierrt BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. "Wir streiten lieber im Jahr 2000 weiter um den Atomausstieg und Castortransporte, als dass uns das Restrisiko zwischenzeitlich den Rest gibt." Guten Rutsch! Wolfgang Ehmke |
Bearbeitet am: 29.12.1999/ad