| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | |||
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vom 18.10.1999
Gorleben-Widerstand zu Besuch in La Hague
| Erzwingt eine Klage französischer Umweltschützer die
"Rückführung" hochradioaktiver Abfälle aus der französischen
Wiederaufbereitungsanlage (WAA) Cap de la Hague? Im Vorfeld ihres La Hague-Besuches wurde
die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) von der Partnerorganisation
CRILAN vom Stand der juristischen Auseinandersetzung um die gesetzliche Bestimmung aus dem
Jahr 1991 unterrichtet, die eine Lagerung radioaktiver Abfallprodukte aus der
Wiederaufarbeitung aus Zulieferländern in Frankreich verbietet. Erstmalig in der
Firmengeschichte des WAA-Betreibers Cogéma nahm ein Richter Untersuchungen auf und
ordnete einen Ortstermin an: Beklagt wird, dass der Nuklearabfall aus der
Wiederaufarbeitung vor Ort gelagert und nicht beseitigt wird. Natürlich ging es dabei
auch um die sechs Behälter mit verglasten hochradioaktiven Abfällen, die seit März 1998
für den Abtransport nach Gorleben bereitgestellt wurden. Der Cogéma, deren Jahresumsatz
nach Angaben der französischen Zeitung "Libération" rund 10 Milliarden DM
ausmacht, droht eine kolossale Strafe, wenn Untersuchungsrichter Frédéric Chevallier der
Klage stattgibt. "Uns steht eine schwierige Mission bevor, wenn wir Ende Oktober La Hague einen Besuch abstatten, denn die Klage erhöht den Termindruck in Sachen Castortransport nach Gorleben", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Lüchow-Dannenberger Atomkraftgegner/innen wollten deutlich machen: die gemeinsame Zielperspektive müsse darin liegen, die Wiederaufarbeitung zu beenden. "Glaubhaft werden wir in La Hague nur, wenn wir in Deutschland unter Beweis stellen, dass es nicht nur um die Blockade von Castortransporten in Gorleben oder Ahaus geht, sondern um den Atomausstieg und den Abschied von der Wiederaufarbeitung." Der Busreise nach La Hague, die vom 28.-31.Oktober stattfindet, komme von daher eine große Bedeutung zu. Neben der Debatte mit den französischen Umweltschützern stehen auch eine Besichtigung der WAA und eine Aktion im Rahmen eines internationalen Aktionstages gegen Atomtransporte am 30. Oktober auf dem Programm.
Wolfgang Ehmke 05863/1857 |
Bearbeitet am: 18.10.1999/ad