| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | |||
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vom 24.09.1999
Bauern aus dem Wendland trecken nach Berlin
Atomausstiegsdebatte nimmt immer skurrilere Formen an - Bündnis zum Erhalt der Stadtwerke mit Gewerkschaften angestrebt
| Die Atomkraftgegner/innen im Wendland machen jetzt mobil: ein Jahr
nach dem Wahlsieg von Rot-Grün trecken sie nach Berlin. Den Anstoß gaben die Bäuerinnen
und Bauern der "Notgemeinschaft" auf ihrer Versammlung am vergangenen
Dienstagabend- von den Atom-Ausstiegsversprechen der Bundesregierung sind sie maßlos
enttäuscht. "Gerhard, wir kommen!" wird es am 13. November heißen. Ein Zitat
der eigenen Widerstandsgeschichte, vor 20 Jahren hieß es auf dem legendären
Hannover-Treck "Albrecht, wir kommen!". Am Ende lenkte der damalige
CDU-Ministerpräsident Ernst Albrecht ein: der Bau einer Wiederaufarbeitungsanlage in
Gorleben wurde gestoppt, weil dies als politisch nicht durchsetzbar galt. Der Stillstand der Ausstiegspolitik von Schröder und Co. stößt bei den Landwirten neben Ablehnung und Unverständnis auch auf Wut und Enttäuschung", heißt es in einer Erklärung der Bäuerlichen Notgemeinschaft. Vor allem die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA), deren Inbetriebnahme droht, mit ihrem 60 m hohen Schlot und der geplanten Einleitung radioaktiver Abwässer in die Elbe wird von den Landwirten als potentielle Bedrohung gesehen, sagte Susanne Kamien für die Notgemeinschaft.
Die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg sekundiert: Castortransporte sollen wieder rollen, nur um die Stillegung von Atomkraftwerken auf dem "kalten Wege" zu vermeiden, das angekündigte Moratorium auf der Endlagerbaustelle liesse noch immer auf sich warten. "Bis Ende September sollte Trittin ein machbares Ausstiegsszenario vorlegen, stattdessen nehmen die neuesten Zahlenspiele um Restlaufzeiten immer skurrilere Formen an", sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke. Die Lüchow-Dannenberger/innen sind sich gewiss:"Wenn wir uns auf den Weg nach Berlin machen, werden sich Tausende aus dem Bundesgebiet anschliessen, um ihrem Unmut über die verfahrene Atompolitik Luft zu machen".
Unterstützung erhoffen sich die Atomkraftgegner/innen auch aus dem gewerkschaftlichen Spektrum. Die Gewerkschaftsdemo am 27. September in Berlin für den Erhalt der Stadtwerke wird von der BI als wichtiger Mobilisierungsschritt begrüßt:"Wir wollen den Erhalt der Stadtwerke, der Kraft-Wärme-Koppelung und den Ausbau der Regenerativen. Den Verlust von Arbeitsplätzen als Folge der Preiskämpfe auf dem Strommarkt, von dem allein die Atomstromkonzerne profitieren, werden wir massiv anprangern", sagte Ehmke. Es sei an der Zeit, dass Gewerkschaften sich ihrer Bündnispartner in der Anti-AKW- und Umweltbewegung erinnerten. Wolfgang Ehmke 05863/1857 |
Bearbeitet am: 24.09.1999/ad