Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 15.07.1999

PKA Gorleben: Elchtest für Rot-Grün

 Mit einem Riesenschlot, aus dem Mehl und Asche rieselt, demonstrieren heute die Bäuerliche Notgemeinschaft und die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg um 12 Uhr auf dem Opernplatz in Hannover gegen die Inbetriebnahme der Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben. Der Schlot ist eine Nachbildung dessen, was die Atomkraftgegner/innen aus dem Wendland mit der PKA verbinden: eine latente Bedrohung durch schleichende Verseuchung.

Die PKA ist für die Atomkraftgegner/innen aus dem Wendland der „Elchtest für Rot-Grün" in Bonn. Die Anlage, in der ursprünglich hochradioaktive Brennelemente endlagerfertig verpackt werden sollten, mutiert zu einer Servicestation für das Castorlager. „Und das mit dem Segen der Trittin-Administration in Bonn", kritisiert die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg. Eingestanden würde damit, daß die Castoren nicht sicher sind. Statt eines Atomausstiegs drohe im Herbst der Betriebsbeginn der PKA.

Über 2000 Unterzeichner/innen appellieren in einem Offenen Brief an die Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) und Jürgen Trittin (Grüne), die Inbetriebnahme der PKA zu stoppen. Um 13 Uhr werden dem niedersächsichen Umweltminister Wolfgang Jüttner die Unterschriftenlisten überreicht.

Daß innerhalb von nur 2 Wochen derartig viele Unterschriften bei der BI eingingen, werten die Gorleben-Gegner/innen als großen Zuspruch zu ihren Forderungen. Die Unterschriftenaktion solle deshalb bis Anfang September fortgesetzt werden, „damit auch Jürgen Trittin etwas zu lesen bekommt", betonte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Dessen Umgang mit dem Moratorium auf der Endlagerbaustelle in Gorleben, die in Nachbarschaft zur PKA und der Castorhalle liegt, hat zu Irritationen in den Kreisen des Widerstands geführt. „Wenn inzwischen klar ist, daß die Unterbrechung des Endlagerbaus in Gorleben entschädigungsfrei möglich ist, muß entsprechend gehandelt werden. Diese Forderung richten wir in erster Linie an den Bundeskanzler, denn es ist Gerhard Schröder, der das Moratorium blockiert," sagte Ehmke. 

Wolfgang Ehmke
0171/54 54 684

Bearbeitet am: 15.07.1999/ad


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