Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 27.06.1999

Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) Gorleben - überflüssig & gefährlich!

Die Betriebserlaubnis für die Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) in Gorleben wird von SPD und Grünen in ihrer Regierungsverantwortung leichtfertig herbeigeredet, kritisiert die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg.

In einem Offenen Brief an den niedersächsischen Umweltminister Wolfgang Jüttner (SPD) und den Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) appelliert die Bürgerinitiative an deren Verantwortung, den Schutz der Menschen vor einer „schleichenden radioaktiven Verseuchung" höher zu werten als das Interesse der Betreibergesellschaft GNS (Gesellschaft für Nuklearservice), wegen der investierten 800 Millionen DM nun auch einen Genehmigungsbescheid zu erhalten. Mit einer Unterschriftensammlung und einem PKA-Aktionstag am 15. Juli in Hannover wollen die Gorleben-Gegner/innen noch einmal Druck machen. „Alles Äußerungen aus Bonn lassen darauf schließen, daß für eine Konditionierung von Atommüll in Gorleben kein Bedarf gesehen wird, weil weder eine Standortentscheidung für ein Endlager gefallen ist, noch klar ist, welche geologische Formation - Salz, Ton oder Granit - am Ende als Endlagerstätte dienen wird. Nun wird der Betriebszweck schleichend umdefiniert, und das mit Rückdeckung aus dem Hause Trittin", kritisiert BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.

Die PKA solle neuerdings zur Optimierung der Zwischenlagerung eingesetzt werden. Und dieses Szenario haben die Gorleben-Gegner/innen vor Augen: kleine Castorbehälter werden entladen, die Brennelemente in größere Behälter gestopft, um noch mehr von dem Strahlenmüll im Zwischenlager unterbringen zu können. Die Folge werde sein: noch mehr Atomtransporte!

 Seit Wochen und Monaten schieben sich die Umweltminister in Bonn und Hannover den schwarzen Peter zu: sie meinen, die Handlungsmöglichkeiten, um den Betrieb zu stoppen, lägen jeweils bei „dem anderen". Ehmke: „So steuert Rot-Grün geradewegs auf eine peinliche Schlappe zu. Wenn sich Wolfgang Jüttner und Jürgen Trittin nicht auf einen gemeinsamen Kurs zur Verhinderung der PKA verständigen, geht trotz des Wahlversprechens „Atomausstieg" eine weitere Atomanlage in Betrieb. Wir wollen den Ausstieg jetzt und fordern, die Genehmigung der PKA zu versagen."

Wolfgang Ehmke
05863/1857
0171/54 54 684

Bearbeitet am: 27.06.1999/ad


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