| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | |||
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vom 12.05.1999
Explosionsgefahr im Salzgestein bei Atommülleinlagerung
Moratorium für Endlagererkundung in Gorleben mit Nachdruck gefordert
| Neue Forschungsergebnisse aus den
Niederlanden belegen, daß Salz bei einer Strahlenbelastung hochexplosiv reagieren kann.
Grundsätzliche Bedenken, ob Salzgestein als Atommüllagerstätte in Frage kommt, würden
durch diese Forschungsergebnisse gestützt, schließt die Bürgerinitiative Umweltschutz
(BI) Lüchow-Dannenberg aus den Befunden. Die Bundesregierung müsse jede weitere
Fehlinvestition beim Ausbau des Endlagerbergwerks im Salzstock Gorleben stoppen und den
Antrag auf Verlängerung des Rahmenbetriebsplans über das Jahr 1999 hinaus unverzüglich
zurückziehen. Professor H.W. Hartog von der Universität Groningen, Niederlande, hat das Verhalten von bestrahltem Salz über 15 Jahre hinweg erforscht. "Salz erhitzt sich durch Bestrahlung, und es entstehen explosive Reaktionen", lautet dessen Fazit In der Vergangenheit hatte Hartog festgestellt, daß die Strahlung Salz in seine Bestandteile Natrium und Chlor umwandelt. Erhöht sich die Temperatur beispielsweise durch den hohen Wärmeeintrag von hochradioaktiven Abfällen, kann der Prozeß auch wieder umgekehrt werden, allerdings werden dabei große Mengen an Energie freigesetzt. Bereits für diesen Fall nahm Hartog eine Explosionsgefahr an. Neue wichtige Entdeckung des holländischen Forschers ist die Tatsache, daß bei der Umwandlung von Salz in seine Bestandteile Natrium und Chlor "Löcher"von einem Tausendstel Millimeter entstehen. Sie seien instabil und implodieren, dabei komme es zu lokalen, starken Temperaturerhöhungen und "Stoßwellen", wenn Natrium und Chor sich wieder zu Salz verbindet. "Explosive Druckwellen haben erhebliche Auswirkungen auf die Behälter", warnt die BI, und für Gorleben müsse zusätzlich noch die Gefahr bedacht werden, daß Carnalliteinschlüsse und Wasserwegsamkeiten zu einer erhöhten Explosionsgefahr führen können. BI-Sprecher Wolfgang Ehmke: "Wir können der neuen Endlagerkommission, die Bundesumweltminister Trittin eingerichtet hat, nur raten, sich unverzüglich mit den niederländischen Forschungsergebnissen auseinanderzusetzen und Gorleben dicht zu machen." Wolfgang Ehmke |
Bearbeitet am: 12.05.1999 ad