Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 11.05.1999

Großaktionen für den Fall neuer Castortransporte und/oder der

Inbetriebnahme der Pilot-Konditionierungsanlage (PKA) Gorleben angekündigt

  „Wir stellen uns auf einen "heissen Herbst", also die Anlieferung der hochradioaktiven Glaskokillen aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ein.

Sind es nun die Kokillen oder sei es die dritte Teilerrichtungsgenehmigung für die Pilot- konditionierungsanlage (PKA): den Protest werden wir dann unübersehbar auch nach Hannover tragen. Den Start der Expo 2000 betrachten wir unter diesen Umständen als Gelegenheit, auf die angeblich "regionalen Probleme" weltweit aufmerksam zu machen."

Mit dieser Aktionsankündigung reagiert die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg auf die jüngste Entwicklung im Atombereich.

 BI-Sprecher Wolfgang Ehmke fordert den unverzüglichen Abbruch der Konsensgespräche zwischen Bundesregierung und Vertretern der Atomstromproduzenten. Statt erkennbarer Ausstiegsschritte drohe hingegen die Inbetriebnahme der PKA in Gorleben, neue Castor- bzw. Kokillentransporte sind angekündigt und das Moratorium auf der Endlagerbaustelle in Gorleben lasse auf sich warten.

„Der Atomausstieg wird nur zerredet, die Wirtschaftslobbyisten in der SPD blockieren die überfällige Atomgesetznovelle." Die Hinhaltestrategie werde nicht aufgehen: mit der Inbetriebnahme der PKA in Gorleben - mit dem rot-grünen „Gütesiegel" - oder bei der Wiederaufnahme der Castortransporte würden Tausende auf die Straße gehen.

 

„Unsere Geduld ist erschöpft", schreibt die BI in diesem Zusammenhang sowohl an das Bonner Umweltressort als auch an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Glogowski. Dem Nachfolger Gerhard Schröders in Hannover gibt die BI zu bedenken:

„Sie wissen am besten aus direkter Anschauung in Ihrer Zeit als Innenminister des Landes, welche enormen persönlichen, politischen und finanziellen Belastungen für alle Beteiligten mit Castortransporten verbunden sind. Sie ahnen sicherlich auch, wie weitreichend und unabsehbar der Ansehensverlust für SPD und Grüne ausfallen wird, wenn es keine Ausstiegsschritte gibt und stattdessen die Transporte und/oder der Betrieb einer weiteren Atomanlage wie der PKA in Gorleben mit Billigung durch Bonn oder Hannover aufgenommen werden."

Wolfgang Ehmke
040/ 439 84 75
05863/1857
 

Bearbeitet am:11.05.1999/ad


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