| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | |||
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vom 23.04.1999
Nach dem Monitor-Bericht vom 22.4.99
überarbeitete Fassung!
| "Was passiert, wenn bei den NATO-Bombardierungen in Serbien ein
Atomkraftwerk oder eine Atommüllager getroffen wird? Werden im Gegenzug
"zivile" Atomanlagen in den NATO-Staaten gegen mögliche Vergeltungsschläge
besonders gesichert?" Diese Fragen wirft die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI)
Lüchow-Dannenberg auf, nachdem bekannt wurde, daß ein Heizkraftwerk unweit von
Atomforschungsreaktoren und einem Atommüllager bei Vinca, einen Belgrader Vorort,
angegriffen wurde. Selbst nach offiziellen NATO-Angaben betrage die Abweichungstoleranz
der eingesetzten Marschflugkörper 5 Prozent, atomare Katastrophen könnten die Folge
sein. "Wir wollen und können nicht Partei ergreifen in diesem Krieg, aber die Spirale der Gewalt muß durchbrochen werden. Die NATO-Bomben bringen keinen Frieden und stoppen die Vertreibung der Kosovaner nicht, " heißt es in der Presseerklärung der Atomkraftgegner/innen. Leidtragende sei in erster Linie immer die Zivilbevölkerung, und der Gedanke an atomare Katastrophen werden geflissentlich verdrängt. Vehement kritisiert die Bürgerinitiative auch den Einsatz panzerbrechender Uran-Munition durch die US-Streitkräfte. Die Apache-Hubschrauber seien mit derartiger Munition bestückt, und die amerikanischen A-10 Bomber hätten nach NATO-Informationen bereits Uranmunition eingesetzt. "Nach einem Treffer verwandelt sich das abgreicherte Uran-238 in Uranoxidpulver. Über die Atemluft oder Wunden wirkt das kanzerogene Uran auf die Menschen ein, es kommt zu Immunschwächekrankheiten oder Krebs," warnt die Bürgerinitiative. Völlig abwegig sei die Erklärung, die Bundesaussenminister Fischer am 2. April gegeben habe, von Folgeschäden der uranhaltigen Munition sei ihm nichts bekannt. 780.000 Schuß der Uranmunition sollen die US-Streitkräfte im Irak-Krieg abgegeben haben. Nach Angaben der Ärzteorganisation IPPNW leugnen regierungsoffizielle Stellen den Effekt: 4000 Todesfälle bei den US-Soldaten, 160 bei den Briten und Krankheitssymptome bei 84.000 Golfkriegsveteranen. "Sollte es zum Einsatz von Bodentruppen kommen, gehen wir am Tag darauf um 18 Uhr in Lüchow mit allen auf die Straße, die gegen die Spirale der Gewalt und für eine friedliche Lösung des Kosovokonflikts demonstrieren wollen." Wolfgang Ehmke 040/ 439 84 75 |
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