Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 01.03.1999

BI entsetzt über Zusammensetzung der Endlager-Expertenkommission

 Entsetzt ist die Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg angesichts der Zusammensetzung der Endlager-Expertenkommission, die auf Einladung des Bundesumweltministers Trittin (Grüne) in der vergangenen Woche zu einer ersten Sitzung zusammentrat. „Wer gehofft hatte, daß nun eine wirklich offene Debatte um Eignungskriterien für ein nukleares Endlager und ein entsprechendes Suchverfahren eingeleitet würde, sieht sich schon enttäuscht", kommentiert die BI, nachdem die personelle Zusammensetzung der Kommission bekannt wurde. Unter den 13 Männern seien allein drei Gorleben-Kritiker, nämlich Detlev Apel (Pangeo Hannover), der Quartärgeologe Prof. Klaus Duphorn (Uni Kiel) und Jürgen Kreusch (Gruppe Ökologie Hannover). Auffällig stark sei die Gruppe der Gorlebenbefürworter, allen voran die Vertreter des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), die mit der alten „Merkel-Garde" Dr. Thomauske und Dr. Röthemeyer vertreten sei. Jürgen Trittin werfen die Gorleben-Gegner/innen vor, er habe nicht einmal für eine Parität gesorgt. „Wenn Herr Trittin die Gorleben-Karte weiter spielen will, sollte er es besser offen eingestehen", schreibt ihm die Bürgerinitiative, dann seien zumindest die Fronten klar. An die Gorleben-Kritiker in diesem Gremium appelliert die BI, sich nicht als Feigenblatt mißbrauchen zu lassen.

Wenig vertrauenserweckend seien zudem die Beteuerungen Trittins, dieses Jahr gebe es keine weiteren Castortransporte. Im Umweltministerium würden die Ursachen der Behälterkontamination - deshalb gebe es den Transportestopp - allein auf die äußerliche Verschmutzung zurückgeführt. „Andere Ursachen wie das sogenannte „weeping", das Schwitzen der Behälter, werden nicht in Betracht gezogen", weiß die BI. Ein Dreistufenplan des Bundesumweltministeriums sehe vor, Real-Transporte mit wissenschaftlicher Begleitung stattfinden zu lassen: auf der Dringlichkeitsliste der Atomwirtschaft stünden Castortransporte vom AKW Neckarwestheim nach Ahaus und von der französischen WAA La Hague nach Gorleben noch in diesem Jahr. „Wir stellen uns praktisch darauf ein und verlassen uns nicht länger auf die Beteuerungen Trittins", kündigt die Bürgerinitiative an.

 Wolfgang Ehmke 040/ 439 84 75

Bearbeitet am: 05.03.1999/ad


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