Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom 25.01.99

100 Castortransporte pro Jahr seien die Folge eines Verbots der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente ab dem 1.1.2000 - zu dieser Behauptung verstiegen sich die Atomstromproduzenten am Wochenende, als sie ihre Marschrichtung für die am Dienstag offiziell beginnenden Konsensverhandlungen in Bonn abstimmten. Ihrer Forderung, die Wiederaufarbeitung noch bis zum Jahr 2005 zuzulassen, widersprechen die Anti-Atom-Inititiativen vehement. "Das ist eine gesellschaftliche Kampfansage", findet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. Die Wiederaufarbeitung entspreche nicht dem Gebot der "schadlosen Verwertung", weil der Atomabfall durch den chemischen Prozess der Wiederaufarbeitung um den Faktor 15-20 wachse und 98% des radioaktiven Gehalts der Brennstäbe erhalten bleibe. Dem Risiko- und Problemtransfer ins benachbarte Ausland müsse definitiv ein Riegel vorgeschoben werden, und zwar sofort und nicht erst zum 1.1.2000, fordert die BI. Offensichtlich sei das kompromisslerische Datum von der rot-grünen Bundesregierung schon so gewählt, damit alle nach den sogenannten "Altverträgen" bereits angelieferten Brennelemente noch aufgearbeitet werden können.

Die Prognose, es gäbe bei einem Verzicht auf die Wiederaufarbeitung 100 Castortransporte jährlich, die sich auf Ahaus und Gorleben verteilen, sei ein "absurdes Horrorscenario". Die Atomwirtschaft mache sich mit unseriösen Prognosen immer unglaubwürdiger. Mit diesen Zahlenspielen brächte sie immer mehr Menschen gegen sich auf, wöchentlich einmal müßten demnach unter Polizeischutz Castorbehälter nach Ahaus und Gorleben rollen. "Die Chance, mit anhaltenden Protesten auf das Entsorgungsdebakel hinzuweisen und die sofortige Stillegung der Reaktoren zu fordern, werden wir uns nicht entgehen lassen. Noch hat niemand den Kontaminationsskandal vergessen," kontert die Bürgerinitiative. Gegenwärtig dürften Castorbehälter weder beladen noch transportiert werden.

 Demonstration in Bonn am 26.1.99 vor dem Kunstmuseum, Adenauerallee 9-11- Uhr "Störfallprozession" 

Wolfgang Ehmke 040/ 439 84 75

Bearbeitet am: 13.02.1999/ad


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