Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V.
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vom  22.01.99

Gegenwärtig dürfen keine Beladungen von Castorbehältern mit abgebrannten Brennelementen mehr stattfinden. Diese klare Auskunft gab der niedersächsische Umweltminister Wolfgang Jüttner der Bürgerinitiative Umweltschutz (BI) Lüchow-Dannenberg. Der Grund dafür ist nicht die äußere Verstrahlung der Transport- und Lagerbehälter, der als "Kontaminationsskandal" im Frühsommer des letzten Jahres für Negativschlagzeilen für die Atomwirtschaft sorgte. Begründet wird der Beladestopp mit der Notwendigkeit, weitere Untersuchungen zum Entstehen von Restfeuchte im Deckelbereich der Behälter vorzunehmen.

"Im Vergleich zum Kontaminationsskandal ist diese Aussage weitaus gravierender für die Atomindustrie, weil damit eingeräumt wird, daß es Zweifel an der Langzeitsicherheit der Castorbehälter gibt," kommentiert die Bürgerinitiative.

Nachdem bekannt wurde, daß trotz Einhaltung der Trockungsvorschriften bei der Beladung von Castorbehältern Feuchte im sensiblen Deckelbereich auftrat, wollten die Gorleben-Gegner/innen von Jüttner wissen, welche Konsequenzen aus diesem Befund gezogen würden. Jüttner verweist nun in seiner Antwort auf die BI-Anfrage auf das "Fünf-Punkte-Programm", das zwischen dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM), den Aufsichtsbehörden aus Mecklenburg-Vorpommern, Nordrheinwestfalen und Niedersachsen sowie der Betreiberfirma in Ahaus und Gorleben, der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), vereinbart wurde. So sollen jetzt Langzeitversuche an den Behälterdichtungen mit Wasserkontakt vorgenommen werden. Der Wasserkontakt allein, so urteilt die BI, reiche als Untersuchungsgegenstand nicht aus, da Wassertropfen im bereits beladenen Castor unter starkem Neutronenbeschuss stünden. "Angesichts des Umfangs des jetzt vereinbarten Untersuchungsprogramms drängt sich außerdem die Frage auf, warum die Einlagerung von abgebrannten Brennelementen in Castorbehältern überhaupt genehmigt wurde, wenn die Genehmigungsvoraussetzungen offensichtlich nicht erfüllt sind," kritisiert die BI.

Die neu entbrannte Debatte um weitere Atomtransporte erledige sich schon deshalb, weil Castoren auf unabsehbare Zeit weder transportiert noch beladen werden dürfen.

 

Wolfgang Ehmke 040/ 439 84 75

Bearbeitet am:13.02.1999 /ad


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