| Pressemitteilung der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg e.V. | |||
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vom 12.01.98
| Das unverzügliche Verbot der
Wiederaufarbeitung (WAA) abgebrannter Brennstäbe fordern Anti-Atom-Initiativen aus dem
gesamten Bundesgebiet, die sich am Wochenende zur Aktionsberatung in Göttingen getroffen
hatten. Die massiven Versuche der Atomwirtschaft, eine entsprechende Novelle des
Atomgesetzes aufzuweichen, machten deutlich, daß die Atomlobby sich mit ihrer geballten
ökonomischen Potenz gegen die Lebensinteressen der Menschen stellt. "Sowohl in der Frage des Atomausstiegs als auch beim Abschied von der Plutoniumwirtschaft rangieren für die Vertreter der Industrie in den Konzernen und im Bundeskabinett Profit- vor Lebensinteressen", prangern die Atomkraftgegner/innen die Konzernherren an. Zu Beginn der Konsensverhandlungen, die am 26. Januar beginnen sollen, wollen sie mit einer demonstrativen "Störfallprozession" in Bonn die Debatte um das atomare Risiko beim Reaktorbetrieb und das Atommülldebakel wieder anfachen. Anläßlich der Kabinettsentscheidung am kommenden Mittwoch zum Verbot der Wiederaufarbeitung erinnerte Konferenzsprecher Wolfgang Ehmke von der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg an die stark erhöhte radioaktive Belastung der See im französischen La Hague bzw. britischen Sellafield, an zum Baden gesperrte Strände, strahlende Tauben und die Leukämiefälle im Umfeld der WAA´s. Es sei inzwischen unbestritten, daß die Wiederaufarbeitung kein Entsorgungsbeitrag sei, sondern das Atommüllproblem nur verschärfe. Ehmke erinnerte in diesem Zusammenhang an die 6 Waggons, die mit hochradioaktivem verglasten Müll in La Hague seit längerem abfahrbereit stehen und nach Gorleben gebracht werden sollen.
Natürlich könnten die Stromkonzerne entschädigungsfrei aus den WAA-Verträgen aussteigen, darum ginge es ihnen gar nicht, schliesen die Bürgerinitiativler aus den bekannt gewordenen Vertragspassagen. "Es geht um die steuerfreien Rückstellungen der Konzerne für die nukleare Entsorgung, die mittlerweile 55 Milliarden DM beträgt. Davon sind lediglich 26 Milliarden für den Rückbau der Atomkraftwerke veranschlagt, der größere Brocken von nahezu 30 Milliarden für die Wiederaufarbeitung und Konditionierung. Von der Bundesregierung fordern wir, daß sie über das Verbot der Wiederaufarbeitung hinaus das Steuerprivileg der Stromkonzerne knackt," lautete die Konferenz - Forderung.
Wolfgang Ehmke 040/ 439 84 75 |
Bearbeitet am: 13.02.1999/ad