| Überlegungen und Pläne "Die
Grinsgesichter der Bundesregierung stellen sich unter dem Atomausstieg
im Konsens den gesicherten und modernisierten Weiterbetrieb der Atomanlagen
bis etwa ins Jahr 2026 vor."
Zum ungestörten Betrieb der Reaktoren in der BRD gehören in den nächsten
Jahren zig Atommülltransporte in die WAAs in La Hague und in Sellafield.
Parallel dazu werden Zwischenendlager an den AKW-Standorten errichtet, um ab
etwa 2005 die WAA-Transporte überflüssig zu machen. Zumindest von Seiten der
französischen Regierung gibt es dafür aber ein Junktim: Wenn nicht
Glaskokillen aus La Hague nach Gorleben verbracht werden, darf kein neuer
hochradioaktiver Müll aus BRD-AKWS die Normandie verseuchen.
In diesem Zusammenhang ist die Erteilung der Transporterlaubnis für die
nächsten Glaskokillen (6 Behälter HAW 20 / 28) nach Gorleben für die 13. und
14. Kalenderwoche seitens des BfS (Bundesmysterium für Strahlenschmutz) zu
sehen. Die Feinplanung geht von der Überquerung der
französisch-deutschen
Grenze am 27.3. um 0.00 Uhr aus. Der Castor soll auf der Schiene via
Lüneburg zum Dannenberger Verladekran fahren, dort in der Nacht umgeladen
und dann per LKW weiterbefördert werden. Deshalb gibt es für Aktionen gegen
Castor und Co folgenden Zeitplan
Vorfeld
3.3. "Eine Nacht im Gleisbett"
Test-Übernachten bei Hitzacker / Wendland ohne(!) Baumaßnahmen
17.3. "Bahnhofsmission"
Dezentral: Aktionen und Demonstrationen in Städten und Regionen bei
Bahnhöfen und woanders
x - Minus Phase
24. März ab 11 oder 12 Uhr:
Sterndemos und große gemeinsame Auftaktkundgebung in Lüneburg
(hierzu wird noch mal eigenständig mobilisiert)
danach koordiniert weiter in die Camps entlang der Castorstrecke
25. März
mit Stunk auf einander zu bewegen
Stunkparade der bäuerlichen Notgemeinschaft, geplant von Gorleben nach
Hitzacker;
Stunk der Schienencamps ohne Parade Richtung Hitzacker
oder auch nur zur Umgebungserkundung
26. März
Tag der Bahnübergänge
allgemeine Besichtigung und Querung der Bahn-Über- und Unterführungen
zwischen Lüneburg und Dannenberg sowie allgemein buntes Treiben etcpp. auf
der gesamten Transportroute.
TAG X. 27. März und 28. März
Zwischen Lüneburg und Gorleben liegen über 50 km
Schienentransportstrecke
und knapp 20 km Straßenroute - davor liegt ein weites Feld.
Wie organisieren sich Protest und Widerstand?
Mühselig wie immer, lautet die kurzgefaßte Antwort. Es gibt eine Vielzahl
von Gruppen und Treffen, die mehr oder minder koordiniert mit den Planungen
befaßt sind. Allerdings steigt seit Januar das Interesse von Widerständigen
und Medien am Thema ständig an, so daß derzeit von einem wirklich großen
Ereignis ausgegangen werden kann. Daß Atomwirtschaft und Bundesregierung die
Antwort bekommen, die sie verdienen, bIeibt anzustreben. Immerhin sollen
insgesamt über 20.000 uniformierte BefehlsempfängerInnen den Atommüll durch
die Republik begleiten und ggf. auch durchprügeln. [Als Zugeständnis an den
Widerstand gegen den Castor hat die polizeiliche Einsatzleitung den 29. März
als Ausweichtransporttag veranschlagt.]
Das zentrale Gremium des Widerstandes bleibt das Delegiertentreffen, auch
wenn es derzeit mehr dem Austausch als der tatsächlichen
Entscheidungsfindung dient. Die dort gemachten Absprachen sollen -
allerdings verbindlich - den Rahmen abstecken, innerhalb dessen sich
Proteste und Widerstand bewegen werden. Die meisten Entscheidungen fallen
jeweils "vor Ort"!, in den beteiligten Gruppen, auf Arbeitstreffen und in
den Campstrukturen.
Das Konzept - der Castor kommt
(nicht durch)
[Genauer gesagt: das Konzept für den Raum Lünebung-Gorleben, also die
letzten 75 Kilometer des Atommülls. Einige Gruppen planen wieder Aktivitäten
in ihren Regionen entlang der möglichen Transportrouten. Bislang ist
lediglich der Grenzübertritt in Kehl bekannt, der weitere Streckenverlauf
bis Lüneburg ist unklar.]
Wie schon 1997 soll der große, gemeinsame und zentrale Auftakt die Demo und
Kundgebung am Sonnabend, dem 24.3., In Lüneburg sein. Das Konzept des
Auftaktes sieht die Beteiligung von "Kind und Kegel" vor, also bunt und
vielfältig, nichtsdestotrotz auch politisch entschlossen. Sammelpunkte und
AbschIußort werden noch bekannt gegeben.
Die Abfahrt von Lüneburg in die Camps soll so stattfinden, daß
ein
gemeinsames Handeln für den Fall von BSE-Streß an den Camps oder auf der
Straße möglich ist. Inwieweit ein oder mehrere Konvois dazu nötig sind, oder
ob nicht die Abfahrt von den Sammelplätzen in organisierter Form
zwangsläufig einen einzigen riesigen Konvoi ergibt, ist derzeit umstritten.
50 plus 20 lautet die Kurzfassung des Widerstandskonzeptes. Dahinter
verbirgt sich die Ausweitung der Proteste von den 20 km Transportstraße
(Dannenberg-Gorleben) auf die davor liegenden 50 km eingleisige, nicht
elektrifizierte Schienenstrecke bis Lüneburg. Das dafür notwendige
Streckenkonzept beinhaltet (wieder) Camps und Infopunkte. Diese sind
auf der
beiliegenden Kartenskizze abgebildet. Die Camps sind für vielfältige
Aktionsformen offen, im X-tausend-Bereich bei Wendisch Evern gelten die
Verhaltensregeln von X-1.000. Ansonsten ist ein ein hohes Maß an
Selbstorganisation gefordert: von Essen über die notwendige Infrastruktur
wie Zelte und Aktionsutensilien.
Camps sind politische Orte und keine Räume für bewußtlosen
Konsum und
Alkoholexzesse. Wer pöbelnd nervt oder sich durch Sexismus oder Rassismus
hervortut, riskiert rauszufliegen. Auf jedem Camp wird es aktuelle
Informationen geben und das Absprechen von Ideen und Aktionen soll
ermöglicht werden. Da Campvollversammlungen mit mehreren Hundert Menschen
erfahrungsgemäß nicht handlungsfähig sind, ist es auf jeden Fall ratsam,
sich vorher oder auf dem Camp in Gruppen zusammenzufinden und die
Koordination über Delegierte laufen zu lassen.
Am Sonntag und Montag soll in kreativer Weise die Region entlang der
Transportstrecke erkundet werden. Sonntags ist eine Treckerparade der
bäuerlichen Notgemeinschaft anvisiert, sowie kleinere Erkundungen an den
Schienen, die sich zum Teil der Stunkparade entgegen bewegen werden, um sich
gemeinsam in Hitzacker zu treffen. Zum Kraft schöpfen wird es des Abends ein
Konzert in Dannenberg geben sowie ggf. "Kultur im camp". Es ist ebenfalls
nicht auszuschließen, daß politische Diskussionen stattfinden oder die eine
und der andere des Nachts nicht schlafen können oder wollen.
Für den Fall von Campräumungen oder Verboten tritt "Plan B" in Kraft. Wir
wollen nicht mit den Cops um jeden Zentimeter Platz rangeln. Entweder gibt
es Verhandlungslösungen über Ersatzorte, oder wir zeigen auf den Plätzen von
Lüneburg, Dahlenburg und Hitzacker Präsenz: wir lassen es uns nicht nehmen,
unsere Meinung zum Ausdruck zu bringen, und das nicht fernab vom Geschehen.
Und für Menschen, die sich das aus gesundheitlichen oder anderen Gründen
nicht zumuten können und wollen, gibt es eine dezentrale Unterbringung in
Scheunen und auf Höfen. Für diesen Fall gewinnen die Infopunkte an
Bedeutung, da die dezentralen Unterbringungsorte nur schwerlich mit
Informationen aufwarten können. Der bisherige Planungsstand, wo genau die
Camps und Infopunkte liegen, kann noch verändert werden.
Neben der Castorstrecke ist auch die parallel verlaufende B 216
(Lüneburg-Dannenberg) ein möglicher Ort der Erkundungen. Hier werden 1000e
von Uniformierten hin und her fahren, über diese Straße läuft ein großer
Teil des polizeilichen Nachschubs.
Am Dienstag den 27. März und Mittwoch den 28. März ist voraussichtlich TAG
X. Hier wird sich zeigen, wie gut ein dezentrales Blockadekonzept über 70
Kilometer funktioniert. Falls es nicht sehr gut klappt, kommt es zur
Verladung der Castoren in Dannenberg. Die Umladedauer am Verladekran kann
möglicherweise 6 Stunden oder noch etwas weniger betragen. Viele Menschen
werden nach Aktionen an den Schienen ein weiteres Mal versuchen, den
Transport zu blockieren
Der Bereich zwischen Verladekran und Splietau soll als öffentlicher Raum für
alle Aktionsformen zur Verfügung stehen - die Cops werden hier wie
vorprogrammiert Ärger machen. Daneben ist sehr gut darauf zu achten, daß das
eigene Handeln mit dem Wirken der anderen Protestierenden verträglich
bleiben muß. Das gleiche gilt für die letzten Kilometer vor dem
Zwischenlager in Gorleben: auch hier werden Tausende versuchen, sich zu
sammeln.
Achtung: Bisher stehen die Planungen personell und materiell auf zu
schwachen Füßen! Also überlegt, wie ihr euch einbringen könnt! teilt vorher
mit, welche Aufgaben ihr zu übernehmen bereit seid! (Küche, Platzwarte,
Infotische usw.) Bringt Geld mit und Materialien - am besten koordiniert
über das Delegiertentreffen!
Der Serviceteil
Was wir noch
brauchen!
Technix:
Telefone, Telefonanlagen, Faxgeräte, Handys PA, Lautsprecheranlage, Megaphon
Große Versammlungszelte Kleine bis mittlere Zelte (für Sanibereich, Ruhe, Info,
Treffpunkt, etc) Wagen(Bauwagen, Zirkuswagen, Wohnwagen, ...)
Installation:
(Kabel, Kabeltrommeln, Beleuchtung etc Wasserschläuche und Zubehör)
Kochmaterial:
(große Töpfe, Gaskocher, Geschirr etc) Lebensmittel(lagerfähige schon vorher,
frische während der Tage, Spendengeld)
Gasheizgeräte, Werkzeug
Was jeder braucht!
Die Einrichtung von Camps soll ermöglichen, daß viele Menschen Gelegenheit haben,
ohne lange Vorplanung und riesigen Kostenaufwand ins Wendland zu kommen. Aber: die
Verantwortung für sich selber können und wollen die Vorbereitungsgruppen keiner
und keinem abnehmen. Dafür, was Du brauchst, und dafür, was Du (tun) willst, bist Du
selber zuständig. Wir geben hier nur einige
- Tips:
jede und jeder (Pflicht)
Tasse, Teller, Löffel
Wasserflasche
Schlafsack, Isomatte, Zelt
ausreichend Kleidung gegen Kälte und Nässe, am besten so verpackt, als würdest Du
paddeln gehen
Klopapier, Zahnbürste, Ersatzbrille
Stift, Notizheftchen, die wichtigsten Telefonnummern
Proviant für den Tag
Geld, Ausweis
- jede und jeder (Kür)
Fahrzeug (Auto, Fahrrad, Moped, Rollers, ...)
Flick- und Werkzeug
Taschenlampe
Kommunikationshilfen (das Handynetz ist hier allerdings nicht sehr leistungsstark)
Gesundheitsschutz (wie beim Sport ist vorbeugen besser als heilen)
- Gruppen und Zusammenhänge
(nach Möglichkeit vorher Bescheid sagen)
Transportmöglichkeiten
Zelte
Camp-Werkzeug: Sägen, Spaten, Seile, Hammer, Nägel, Rostlöser, ...
Kommunikationshilfen
Sanis und Sani-Material
Spenden
Infos und
Materialien gibt es (hoffentlich) in Eurem Infoladen / bei Eurer
BI.
Besorgt Euch rechtzeitig topographische Karten von der Strecke bzw. über die Umgebung
Eurer Camps: Wendisch Evern 2728; Nahrendorf, Koval, Govelin, Tollendorf 2830, 2831;
Hitzacker, Dannenberg 2832; Gusborn 2933; (alle Angaben für die Topographische Karte
1:25.000) oder die Wanderkarte "Naturpark Elbufer-Drawehn", ISBN
3-89435-613-8
oder auch über das
Büro der BI Lüchow-Dannenberg
Drawehner Str. 3, 29394 Lüchow
Info-Hotline der BI Lüchow-Dannenberg (Ständig
aktuelle 3 minütige Ansage)
0 58 41 - 70 92 82
Tel 0 58 41 - 46 84
Fax 0 58 41 - 31 97
Die Koordination
der Camp-Infrastruktur läuft über das "Büro Nr. 9".
Mit
Fragen, Wünschen und Anregungen zu den Camps, vor allem aber mit Angeboten
von Zelten, Zirkuszelten oder ähnlichem, Küchen, sonstigen Materialien und
Mitarbeit in jeder Form wendet Euch an
Büro Nr. 9
Tollendorf Nr. 9
29 473 Göhrde
Tel 0 58 62 - 985 990
Fax 0 58 62 - 985 991
Eine Liste mit benötigten Materialien auf den
Castor-Nix-Da-Seiten!
Sinnvolle Landkarten sind die Topografischen Karten 1:50.000
des Landes
Niedersachsen (L 2728 Lüneburg und WL 1 Naturpark EIbufer-Drawehn)
Die Nummer des Ermittlungsausschuß Gorleben
lautet:
0 58 49 - 97 10 30
Er wird ab Sonnabend, den 24. März rund um die Uhr besetzt sein.
EA c/o Bi -Büro
Drawehner Str 3,
29 394 Lüchow
Sanis
Angestrebt wird eine gemeinsame Koordination und Verteilung auf die Camps und
Strecke.
Erwünscht wäre eine Anmeldung im Vorfeld bei Christoph:
Tel.: 0 58 82-98 74 36
oder wenns nicht anders geht auf der Infowiese in Dahlenburg und später auf der
Essowiese in Dannenberg. |