A u s b l e i b t a u s
Das AKW Krümmel ist seit fast 2 Jahren nicht am Netz
und die Lichter leuchten trotzdem!
Deutschland hat in dieser Zeit sogar Strom exportiert!
Daher sagen wir: Keine Atomkraft! Krümmel bleibt aus!
Lasst uns gemeinsam dafür kämpfen!
Setzen Sie mit uns am Jahrestag von Tschernobyl ein Zeichen!
Kommen Sie zur Kundgebung am 26. April 2009
um 14 Uhr am AKW Krümmel!
BI Leukämie, BUND Elterninitiative
Im AKW-Normalbetrieb entweicht durch die Abluft
radioaktive Strahlung, die sich entsprechend der Windrichtung und Windstärke in der
Umgebung des AKWs verteilt.
Die vom Bundesamt für Strahlenschutz in Auftrag gegebene KiKK-Studie (Kinderkrebs in der
Nähe von Kernkraftwerken) kommt zu dem erschreckenden Ergebnis, dass für Kinder bis 5
Jahre im Umkreis deutscher AKWs ein mehr als doppelt so hohes Risiko besteht, an Leukämie
zu erkranken. Das Risiko steigt mit zunehmender Wohnortnähe zum AKW und ist noch in einem
Umkreis vom 50 km erhöht.
Das AKW Krümmel machte in den letzten Jahren durch etliche Störfälle, Brände und
Schnellabschaltungen Schlagzeilen. Es ist eines der störanfälligsten Atomkraftwerke
Deutschlands. Bei jeder Schnellabschaltung wird eine 50-fach erhöhte Radioaktivität
freigesetzt.
Wie bei den meisten AKWs in Deutschland gibt es am Atomkraftwerk Krümmel seit 2006 ein
Zwischenlager. Dort werden Castorbehälter zur Abkühlung gelagert. Durch die Abluft kann
ungefiltert radioaktiver Saub entweichen. In der Restlaufzeit wird die Anzahl der
Castorbehälter in Krümmel auf etwa 80 ansteigen.
Dort sollen sie bis 2040 gelagert werden. Für die Zeit danach gibt es keine
Endlagerlösung. Wie schwer beherrschbar die Lagerung von radioaktiven Abfällen ist,
zeigt uns das Beispiel Asse.
Atomkraftnutzung ist durch den Uranabbau, die Brennelementefertigung und die zahlreichen
Transporte weder CO2-neutral noch klimaschonend. Außerdem entweichen im Normalbetrieb
eines AKWs Krypton und Argon, zwei der schlimmsten Killer der Ozonschicht, und andere
gefährliche Stoffe. Uran muss zu 100% importiert werden. Wie Kohle und Erdöl ist es ein
begrenzter Rohstoff, der durch Verknappung einem rapiden Preisanstieg unterliegt. Bereits
durch den Uranbergbau werden Umwelt und Menschen radioaktiv verseucht. Hauptbetroffene
sind unterdrückte und entrechtete Menschen ohne Lobby.
Weitere Informationen finden Sie u.a. auf der
Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU):
www.bmu.de , A. und D. Feindt • annette.feindt@web.de, D. und M. Le-Van-Quyen •
d.levanquyen@yahoo.de, A. und J. Koops • anja.koops@web.de, Sabine Patzner •
delt12c-spatzner@yahoo.de, Katrin Pajuelo • k.pajuelo@web.de, J. und O. Wittmann •
jazna@web.de


Was ich noch zu sagen hätte ...
Gerhard Harders Vorstandsbericht auf der
Mitgliederversammlung der BI am 26.03.2009
Vorsitzender eines Vereins für unerwartete und unberechenbare
Maßnahmen zu sein, ist eine Herausforderung besonderer Art.
Ich will das kurz an dem Verhältnis zu den Institutionen erläutern, mit denen wir zu tun
haben:
Die vier Gewalten oder die gnadenlosen Vier
I. Die Presse
Nach der Wahl im letzten Jahr dachte ich, sofort in die Vollen: Panorama, Spiegel usf.
alte Kontakte mobilisieren. Atomproblematik ? Nur BSE ist noch mehr out (langweiliger). Im
Übrigen, das mit der ASSE ist ein alter Hut. Auf Wiedersehen !
Na gut. Dann eine Nummer kleiner: Elbe-Jeetzel-Zeitung. Da kommen wir als BI gar nicht
mehr vor oder nur am Rande. Wenn wir auf unseren vielfältigen Veranstaltungen etwas –
Gewichtiges wie wir finden – sagen, steht davon so gut wie nichts im Bericht. Dafür
kann man es dann als eigenständig gedachte Meinung am Samstag im Kommentar lesen.
Immerhin, wenigstens gut abgehört. Hingehört: Auch öffentlich Schwarz/Gelb verhindern
zu wollen, ist politisch nicht klug, musste ich lernen. Denn viele haben auch mit Grün
und Rot keine guten Erfahrungen gemacht.
Die Forderung, für alternative Standortsuche 2% von 102 Milliarden für die
HypoRealEstate locker zu machen, konnte man lesen als Wechsel vom Verursacherprinzip zum
Steuerzahler. Mußte man aber nicht. Sollte man auch nicht !
Fazit: Die Presse ist die 4. Macht im Staat. Sie ist zuständig für die herrschende
Meinung und das ist in aller Regel die Meinung der Herrschenden.
Sie sucht und findet (mit Nachhilfe) die Sensation, die schlechte Nachricht und sie
bedient sich stets des Mittels der Spaltung. Und sie recherchieren nur noch im Internet
und schreiben voneinander ab („ ... in dem Örtchen Quickborn, einem idyllischem
Fachwerkdorf ...“ in jeder zweiten Meldung).
Zusammenfassung:
• Presse hat nicht per se Interesse am Thema,
• Wir brauchen – bei aller gebotenen Vorsicht – öffentlichwirksame Aktionen, um
unser Thema besonders zur Wahl und in Krisenzeiten hochzuhalten;
• Es kann je nach Nachrichtenlage in den Hintergrund gedrängt werden

II. Die Politik die Legislative
Hier in Gestalt des BundesMinisteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit:
Nicht die kuriose Wahl des Salzstockes in Gorleben, nicht das Lagermedium Salz, nicht das
fehlende Deckgebirge, nicht die neu entdeckten Laugennester, auch nicht die kriminellen
Umstände in der ASSE scheinen die Politiker umzutreiben, sondern, und dazu werden
hochrangige Symposien organisiert, die bislang fehlende Öffentlichkeitsbeteiligung, die
Transparenz.
Nach dem Ausstieg der BI am letzten Wochenende aus diesem bis dato für viele
undurchsichtigen Verfahren, stellte der Pressesprecher des BMU klar: „Alles ist
gemeinsam, auch unter Beteiligung kritischer Öffentlichkeit, vorbereitet worden “. Der
Makel also beseitigt??? Das hätten sie wohl gerne! Nicht mit uns ! Die Leimrute war
ausgelegt. Jetzt können wir sehen, wie wir das klebrige Zeug wieder loswerden.
III. Die „Recht“sprechung, die Judikative
Dann war da 2008 noch ein Highlight! Und zwar in Lüneburg vor dem Oberverwaltungsgericht.
Es ging um unsere Klage gegen das ritualisierte Versammlungsverbot.
Der Polizeiführer und die zuständige Dezernentin redeten sich um Kopf und Kragen: „Wir
brauchen die verbotenen Flächen um beweglich zu sein, auch müssen notfalls die Castoren
da entlang fahren“, „Außerhalb der genehmigten Route?“ fragt der Richter
dazwischen. „Haben Sie das überprüft?“, „Ja, ich habe das in Augenschein genommen!“
Entsetzen und Gelächter. Der Richter bügelte alles wieder glatt, indem er selber ins
Protokoll diktierte.
Dann kam unsere Rechtsanwältin Ulrike Donat!
Ihr Plädoyer zum Thema Staatliche Gewalt und Grundrechte war beeindruckend und geeignet
Steine zu erweichen. Es gehört in jeden Staatsbürgerkundeunterricht an jeder Schule in
Deutschland. Ich beobachtete die drei Richter. Die Sache schien gelaufen. Dann das Urteil:
Abgewiesen. So weit mein Vertrauen in Gerichte.
IV Die unmittelbare Staatsgewalt „die Polizei“, die Exekutive (mitunter verniedlichend
auch Bullen genannt)
„Es gibt sonne und sonne“ - „Steck`s ja nicht drin“ - „Kennst Du einen, kennst
Du alle“. Zu gern möchten wir durch einen Blick in die Augen unseren Gefühlsratgeber
aktivieren: gut oder böse ?
In der Auseinandersetzung mit der Polizei wird unser ganzes analytisches Dilemma deutlich.
ADORNO bringt es in seiner „Erziehung nach Auschwitz“ auf den Punkt: „Da die
Möglichkeit, die objektiven, nämlich gesellschaftlichen und politischen Voraussetzungen
die solche Ereignisse ausbrüten, zu verändern, heute aufs Äußerste beschränkt ist,
sind Versuche, der Wiederholung entgegenzuarbeiten, notwendig auf die subjektive Seite
abgedrängt“.
Und weiter
Manipulative Charaktere zeichnen sich u.a. aus durch eine gewisse Art von
Emotionslosigkeit und überwertigem Realismus. Sie wollen um jeden Preis angebliche, wenn
auch wahnhafte Realpolitik betreiben. Will man/mensch sich die Welt erklären mit
Begriffen wie Einstellung und Haltung, Vorurteilen und Glauben landet man in der
Sozialpsychologie. Mit der lässt sich aber nur schwerlich Gesellschaftsanalyse betreiben.
Das ist in etwas so, als wollte jemand mit dem Werkzeugkasten eines Uhrmachers eine
Heizungsanlage bauen.
Also: in der Auseinandersetzung um die Atompolitik haben wir es zuerst mit Menschen zu
tun. Um ihre Beweggründe richtig einzuschätzen, kann die Psychologie hilfreich sein.
Diese Menschen handeln aber eben meistens nicht autonom, sondern im Auftrag und in der
Logik eines ihnen übergeordneten Systems, das sie in der Regel verinnerlicht haben.
Deshalb wird aus dem Menschen Klaus Kühn ohne Schuldgefühle (?) der entsetzliche
Gutachter Prof. Dr. Kühn. Der Beamte Walter Hohlefelder mutiert zum Präsidenten des
Deutschen Atomforums. Und aus diesem Grunde ist Sigmar Gabriel viel mehr und etwas ganz
anderes als auch ein jovialer Atomkraftgegner. Diese Dialektik zu verstehen und zu
beachten ist eine ständige Herausforderung.
Aber wie sagt der Autor Richard David Precht „Wer bin ich? und wenn ja, wie viele?“
Wir sind viele! Und werden von außen oft wahrgenommen als ein ICH.
Das macht uns stark! Und diese Kraft werden wir auch brauchen, bei unseren kommenden
Auseinandersetzungen.
Gerhard Harder

Laugenzuflüsse in Gorleben
Wasser in einem Atom-Endlager?
"Das muss der Betreiber vermeiden wie der Teufel das
Weihwasser" - so kommentierte der Atomexperte Gerhard Schmidt vom Öko-Institut
Darmstadt die Laugenzuflüsse im Salzstock Gorleben. Das Abteufen der beiden
Bergwerksschächte in Gorleben Anfang bis Mitte der 90er Jahre war von permanenten
Laugenzuflüssen geprägt.
Beide Schächte wurden im Gefrierverfahren in die Tiefe getrieben. In der sogenannten
"Topfrisszone", also dem Bereich zwischen Schacht und dem Frostkörper, flossen
immer wieder Wässer zu. Die Bauarbeiten mussten in rund 320 Meter Tiefe wiederholt ab –
bzw. unterbrochen werden, weil der Schacht nass war und um den Gebirgsbereich mit
Magnesiazement zu injizieren mit dem Ziel, den Zufluss zu stoppen . Prof. Dr. Klaus
Duphorn von der Uni Kiel widersprach seinerzeit den Angaben des Bundesamtes, das von
einzelnen Rissen sprach. Der führende Quartärgeologe, der vom Gorleben-Befürworter zum
-Gegner mutierte, je länger er sich mit den geologischen Befunden des Salzstocks Gorleben
auseinandersetzte, ging hingegen von einem "Netzwerk von kommunizierenden
Röhren" aus. Die Verbindung nach oben, zum Gipshut und dem darüber liegenden
Deckgebirge, sei durch Druckmessungen und die chemische Untersuchung der Lauge
nachweisbar. Mit anderen Worten: Im Deckgebirge direkt über dem Salzstock fließt Wasser,
und man weiß, dass eine durchgehende Tonschicht, die den Salzstock abschirmen müsste,
auf einer Fläche von rd. 7,5 Quadratkilometern fehlt. Schlimmer noch: Es fließt Lauge.
Woher, wenn nicht vom Salzgestein darunter, sollte diese Lauge stammen?
Zwischen März und Dezember 1996 wurden schließlich bei horizontalen Bohrungen im
Salzgestein in 840 Meter Tiefe Laugennester angebohrt. Ostern 1996 wurde schließlich nur
60 Meter entfernt vom Schacht 2 ein Laugennest angebohrt. Das BfS weist in seiner Reaktion
auf die aktuelle Debatte selbst auf die Gefahren hin: "Es muss bedacht werden, dass
nach dem Ausfließen eines zunächst begrenzten Lösungsreservoirs gegenwärtig
verschlossene Wegsamkeiten zum Nebengestein und Deckgebirge neu geöffnet werden können.
In einem solchen Fall wäre die Gefahr weiterer Lösungszutritte nicht auszuschließen.
Deshalb ist auch eine sicherheitsanalytische Bewertung solcher Lösungsvorkommen
notwendig. Die Einlagerung radioaktiver Abfälle sollte in Endlagern außerhalb dieser
Bereiche stattfinden, da die Lösungen zur Korrosion der Behälter führen können."
Im Interview mit der Frankfurter Rundschau sagte Prof. Dr. Klaus Duphorn seinerzeit, damit
sei "erwiesen, dass der Salzstock nicht geeignet ist, denn nach den anfangs von der
PTB (Anm. Physikalisch-Technische Bundesanstalt, Vorläuferbehörde des BfS) aufgestellten
Kriterien müssen wegen Einsturzgefahr der Mindestabstand zu Laugennestern 75 Meter
betragen". Bis zum Jahr 2000, dem Beginn des Moratoriums, flossen nach Angaben des
Bundesamtes für Strahlenschutz immerhin 260.000 Liter. Das Moratorium läuft laut
Atomkonsens spätestens im Jahr 2010 aus. Dann soll das "Erkundungsbergwerk"
weiter ausgebaut werden, wenn es nach Schwarz/Gelb und der Industrie geht, wird Gorleben
fertig gemacht, allen geologischen Bedenken zum Trotz und ohne Vergleich mit anderen
Standorten bzw. Gesteinsformationen wie Granit oder Ton.
Wasser in einem Atom-Endlager?
Jeder Salzstock hat ein "individuelles Design"
Die Asse II und Gorleben sind natürlich nicht vergleichbar. Jeder Salzstock hat ein
"individuelles Design". Allerdings drängen sich Parallelen auf. Auch in der
Asse II wurden Warnungen von Kritikern jahrelang in den Wind geschlagen, das Bundesamt
für Geowissenschaften und Rohstoffe, Wissenschaftler der TU Clausthal, attestierten der
Asse II Standsicherheit. Diese Institutionen und Wissenschaftler machten und machen sich
auch für Gorleben stark.
Was lernen wir aus dem Asse-Dilemma?
Vertuschen und Schönreden hat kurze Beine. Sonst droht nach Morsleben und der Asse II in
Gorleben Asse III.
Wolfgang Ehmke

"Billiger Atomstrom": 40 Milliarden-Kosten für
Steuerzahler
Jahrzehntelang ist Atomstrom in Deutschland massiv durch den
Staat gefördert worden - er galt als sauber, kostengünstig und zukunftsweisend. Mehr als
40 Milliarden Euro gab allein der Bund nach Berechnungen des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung bereits für die Förderung der Atomenergie aus.
Dazu kommen weitere Kosten für die Steuerzahler - beispielsweise durch verdeckte
Subventionen beim Bau und Betrieb der Kernkraftwerke, Zahlungen der Bundesländer für den
Abriss alter Anlagen und die Endlagerung von Atommüll. Die ZDF-Sendung Frontal21 nennt
unter anderem besonders teure Atom-Standorte in einer Übersicht.
KKW Hamm-Uentrop
Der THTR-300 war ein Thorium-Hoch-Temperatur-Reaktor mit einer Leistung von 300 Megawatt.
Er wurde als kommerzieller Reaktor geplant und sollte als Prototyp für
Hochtemperatur-Reaktoren dienen. 1983 wurde er in Betrieb genommen, lieferte aber nur
ganze 423 Tage Strom unter Volllastbetrieb.
Wegen Problemen mit der Technik wurde der Reaktor im September 1989 stillgelegt.
Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen haben nach eigenen Angaben bisher mehr
als 1,7 Milliarden Euro bereitgestellt, um den THTR-300 stillzulegen. 2027 frühestens
kann er komplett abgerissen werden. Bis dahin fallen weitere Kosten für die öffentliche
Hand an.
Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe
Die WAK wurde als Pilotanlage für die kommerzielle Wiederaufarbeitung von
Kernbrennstoffen errichtet. Bis Ende 1990 wurden dort etwa 200 Tonnen Kernbrennstoffe aus
Forschungs- und Leistungsreaktoren der Industrie aufgearbeitet. 1991 wurde die WAK
stillgelegt und wird seitdem vollständig rückgebaut. Die Kosten für den Abriss sind
explodiert, weil es Probleme mit der Verglasung des Atommülls gibt. War anfangs von rund
einer Milliarde Euro Kosten die Rede, stehen im aktuellen Kostenplan für den Rückbau
inzwischen rund 2,2 Milliarden Euro. Von denen trägt der Bund die Hauptlast, bisher 1,55
Milliarden Euro. Das Land Baden-Württemberg ist mit 125 Millionen Euro dabei.
stillgelegte Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe.
Außerdem hat die Bundesregierung auch für weitere Kosten Gelder zugesichert. Das
kritisiert der Bundesrechnungshof als "Blankoscheck" für die
Rückbauunternehmen in einem internen Bericht, der Frontal 21 vorliegt. Die
Kernkraftwerksbetreiber haben sich dagegen in Verträgen zusichern lassen, dass sie
maximal 511 Millionen Euro beisteuern müssen.
Forschungszentrum Karlsruhe
Im FZK müssen außerdem neben der WAK weitere Reaktoren zurückgebaut werden. Dazu
gehört der KNK-Versuchsreaktor mit "Schneller Brüter"-Technik und der
Forschungsreaktor FR2, sowie die "Hauptabteilung Dekontaminationsbetriebe"
(HDB).
Schließlich haben sich der Bund und das Land Baden-Württemberg verpflichtet, Kosten für
Zwischen- und Endlagerung des atomaren Abfalls zu übernehmen - insgesamt bezahlt die
öffentliche Hand hier 3,7 Milliarden Euro. Das geht aus Unterlagen der Finanzministerien
in Berlin und Stuttgart hervor.
Schneller Brüter Kalkar
Das Kernkraftwerk in Kalkar am Niederrhein ging nie in Betrieb. Wegen großer Proteste in
der Bauphase, der nicht mehr vorhandenen wirtschaftlichen Notwendigkeit und politischer
Bedenken wurde das Projekt 1991 eingestellt.
Durch die gewaltigen Kosten beim Bau und der anschließenden Bereithaltung für einen
eventuellen späteren Betrieb wurde das Kraftwerk eine der größten Investitionsruinen
Deutschlands. Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben 2,177 Milliarden Euro
Steuergelder investiert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung spricht von 3,6
Milliarden Euro Kosten. Heute ist das ehemalige Atomkraftwerk Kalkar ein Freizeitpark.
Kernkraftwerk Niederaichbach
Das Kraftwerk war von 1973 bis 1974 in Betrieb. Die in dieser Zeit erzeugte Energie
entsprach gerade etwa 18 Tagen Volllast. Das Versuchskraftwerk sollte mit Natururan
betrieben werden. Das technische Konzept war schnell überholt, weil angereichertes Uran
inzwischen zur Verfügung stand und andere Reaktortypen einfacher zu betreiben waren. 135
Millionen Euro hat der Bund nach eigenen Angaben zur Verfügung gestellt, um das Kraftwerk
bis 1995 abreißen zu lassen.
Forschungsendlager Asse
Das so genannte Forschungsendlager entpuppt sich immer mehr als die "problematischste
Atomanlage Europas". So zumindest bezeichnet eine vom Bundesumweltministerium
eingesetzte Forschungsgruppe die Asse. Zwischen 1967 und 1995 wurde hier erforscht, wie
radioaktive Abfälle endgültig gelagert werden können.
Das Problem: Das Bergwerk ist löchrig wie ein Schweizer Käse, droht im Wasser
abzusaufen, Fässer mit Atommüll rosten vor sich hin und verstrahlte Laugen tropfen und
bedrohen das Grundwasser. Notwendig ist laut Bundesumweltministerium eine komplette
Sanierung, nur weiß niemand genau, wie die aussehen soll und was sie kosten wird. Bisher
plant der Bund nach eigenen Angaben mit rund 850 Millionen Euro.
Endlager Morsleben
Das Endlager in Morsleben wurde von der DDR als Endlager für atomaren Abfall für die
Kernkraftwerke Greifswald, Rheinsberg und Rossendorf genutzt. Trotzdem ist es nicht nur
eine Altlast. Denn trotz Sicherheitsbedenken, die schon zu DDR-Zeiten bekannt waren,
wurden auch nach 1991 radioaktive Abfälle nach Morsleben verbracht. Der größte Teil des
Atommülls stammt aus Kernkraftwerken in Westdeutschland. Möglich machten das Weisungen
der damaligen Bundesumweltministerin Angela Merkel (CDU). Endlager Morsleben
Heute ist klar: Das ehemalige Bergwerk droht einzustürzen, radioaktive Lauge könnte das
Grundwasser verseuchen. Die Sanierung kostet laut Bundesamt für Strahlenschutz mindestens
2,2 Milliarden Euro. Die Gebühren der Kernkraftwerksbetreiber reichen da bei weitem nicht
aus. Für Tausende Kubikmeter Atommüll zahlte die westdeutsche Atomwirtschaft nicht mal
100 Millionen Euro.
Endlager Gorleben
Das Projekt Gorleben kostet nach Angaben der Bundesregierung bis 2008 rund 1,51 Milliarden
Euro. Die zukünftigen Kosten hängen insbesondere von einer politischen
Grundsatzentscheidung zum weiteren Vorgehen bei der Endlagerung hochaktiver, Wärme
entwickelnder Abfälle ab.
Die Kosten werden gemäß Atomgesetz durch die Abfallverursacher in voller Höhe
refinanziert. Der Anteil, der von den Einrichtungen der öffentlichen Hand für das
Endlagerprojekt Gorleben nach der Endlagervorausleistungsverordnung zu zahlen ist,
beträgt rund zwölf Prozent. Dazu kommen rund 410 Millionen Euro Ausgleichszahlungen des
Bundes an das Land Niedersachsen. Völlig unklar ist die Finanzierung bei Störfällen wie
in Morsleben oder der Asse.
Steuerausfälle
Energiekonzerne, die in Deutschland Kernkraftwerke betreiben, müssen so genannte
Rückstellungen bilden. Die sollen für den Abriss oder Rückbau von Kernkraftwerken
genutzt werden. Diese milliardenschweren steuerfreien Rückstellungen führten laut
Bundesfinanzministerium bisher zu Steuerausfällen in Höhe von 8,2 Milliarden Euro.
Vor dem Europäischen Gerichtshof klagen andere Energieversorger wie beispielsweise
Stadtwerke, dass diese Steuerfreiheit ein unzulässiger Wettbewerbsvorteil sei. RWE, Eon,
EnBW und Vattenfall sehen das nicht so.
Euratom
Die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) wird über den allgemeinen Haushalt der EU
finanziert, über so genannte Rahmenprogramme für Forschung und Entwicklung. Aus diesen
Mitteln wird mit einem erheblichen Anteil die so genannte Kernfusionsforschung gefördert,
darunter der Fusionsreaktor ITER in Cadarache in Frankreich.
Außerdem werden Forschungen zu Kernspaltung und Strahlenschutz bezahlt. Die 1,9
Milliarden Euro sind nach Frontal21-Berechnungen die Summe aus dem deutschen
Finanzierungsanteil der bisherigen EU-Rahmenprogramme.
Finanzierung IAEO
Die Internationale Atomenergie Agentur soll die friedliche Nutzung der Kernenergie und der
Anwendung radioaktiver Stoffe fördern. Gleichzeitig soll durch internationale
Zusammenarbeit die militärische Nutzung dieser Technologie verhindert werden. Aus dem
Haushalt der IAEO werden insbesondere so genannte "Safeguardprogramme" zur
Nichtverbreitung von atomarer Technologie und für die Reaktor- und Endlagersicherheit
bezahlt.
Außerdem fließen Gelder in den physischen Schutz kerntechnischer Anlagen und
Kernmaterialien sowie in Verwaltungsaufgaben. Deutschland bezahlt Mitgliedsbeiträge seit
1957, laut Bundesregierung sind dies bisher 665 Millionen Euro gewesen.
Ausgaben des Bundes: über 40 Milliarden Euro Subventionen für Atomforschung
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin hat im Mai 2007 im Auftrag der
Bundesregierung berechnet, mit wie viel Geld die Atomenergie in Deutschland bis heute
gefördert wurde. Die Forscher kommen auf über 40,2 Milliarden Euro allein für die
Ausgaben des Bundes.
Dazu kommen schwer zu ermittelnde Ausgaben der einzelnen Bundesländer. Außerdem gibt es
versteckte Subventionen durch Steuervorteile für die Energiekonzerne beim Bau und Betrieb
der Kernkraftwerke.
Rückbau DDR
Kernkraftwerke Auch die DDR hat Kernkraftwerke betrieben. Das größte stand in Lubmin bei
Greifswald. Die Energiewerke Nord haben im Auftrag des Bundes Forschungs- und
Leistungsreaktoren der DDR zurückgebaut.
Insgesamt rechnet die Bundesregierung nach eigenen Angaben mit Kosten von 3,2 Milliarden
Euro. Bis 2007 wurden bereits 2,5 Milliarden Euro verbraucht. Das geht aus dem aktuellen
Haushaltsplan der Regierung hervor.
Sanierung Wismut Die Wismut AG förderte in Thüringen und Sachsen zu DDR-Zeiten Uran
ausschließlich für die Atomwirtschaft der ehemaligen Sowjetunion. Anders als heute
üblich musste die Wismut AG keine Rückstellungen für die notwendigen
Sanierungsmaßnahmen bilden. Deshalb war nach der Wende auch kein Geld für die den
Rückbau und die Sanierung vorhanden.
Bis Ende 2007 wurde für Sanierungsmaßnahmen insgesamt etwa 4,9 Milliarden Euro aus dem
Bundeshaushalt ausgegeben. Für 2008 sind 170 Millionen Euro vorgesehen. So steht es im
aktuellen Haushaltsplan der Bundesregierung. Für die noch ausstehenden Sanierungsarbeiten
und die sich anschließenden Langzeitaufgaben sind nach Schätzungen der Bundesregierung
weitere rund 1,3 Milliarden Euro erforderlich - für die DDR-Altlast also insgesamt 6,37
Milliarden Euro.
Bund der Energieverbraucher,
Frankfurter Str. 1, 53572 Unkel
Fax 02224 1032
News über Telefon: 0931 66 399 0087
Email-Adresse:
redaktion@energiedepesche.de
Die Radiolyse des Steinsalzes
Über Tage / unter Tage.
Wenn über die Endlagerung gesprochen wird, so werden meistens
die Barriereeigenschaften des Salzstocks erwähnt. So gut wie nie wird darüber
diskutiert, was denn eigentlich nach der Einlagerung des hochradioaktiven Abfalls dort
unten passiert.
Bleibt der Abfall unverändert in den Behältern oder auch in den Glaskokillen dort
liegen, bis die Strahlung abgeklungen ist und die Wärmeproduktion aufhört?
Wird der Abfall für alle Zeiten am selben Platz liegen bleiben?
Ist der Bereich weit unterhalb der Lagerstätte gründlich untersucht worden?
Wie lange existieren die Behälter?
Wichtiger ist aber sicherlich die Frage: Wie verhält sich das Salz? Bleibt es
unverändert, trotz intensivster Bestrahlung, unter hohem Druck und ständiger Zuführung
von Wärme?
Radiolyse des Salzes
Man hat über die Radiolyse ( = Zerlegung einer chemischen Bindung unter Einwirkung
ionisierender Strahlung ) des Salzes sehr wohl nachgedacht.
Salz kennt jeder als relativ harmlosen Stoff. Kann es auch gefährlich werden? Durchaus,
aber nur, wenn man zuviel davon isst. Jeder kennt das rieselfähige Kochsalz.
Ein Salzstock aber enthält Steinsalz.
Das ist natürlich ebenfalls Salz. Es verhält sich technisch und physikalisch jedoch ganz
anders. Steinsalz klingt nach steinhart. Das stimmt aber nur scheinbar. Tatsächlich ist
es plastisch.
Was bedeutet das?
Alles, was spezifisch schwerer als Salz ist, drückt sich in Salz ein, d.h. es verdrängt
das Salz. Der Abfall verbleibt also nicht an der Stelle, an der er gelagert wurde. Alles
was ein höheres spezifisches Gewicht, d.h. eine höhere Dichte hat, sinkt deshalb ein.
Das geschieht natürlich außerordentlich langsam ...
Und Salz ist auch nur scheinbar beständig gegen ionisierende Strahlen. Denn unten im Salz
herrschen ganz andere Bedingungen als hier oben bei uns. Die Temperatur liegt weit
oberhalb 100°C, zumindest in der Nähe des Abfalls. Und dazu herrscht auch noch hoher
Druck.
Unter diesen Bedingungen trennt Salz sich in seine Grundbestandteile, Natrium und Chlor.
Nunmehr unterliegen diese beiden Stoffe jedoch ebenfalls den beschriebenen Bedingungen. Na
und Cl fusionieren wieder, und zwar sehr spektakulär, nämlich unter Erscheinungen, die
man nur als Explosionen bezeichnen kann.
Und dann?
Was dann geschieht, das weiß bis heute niemand genau.
Die Meinung von Professor den Hartog.
Prof. den Hartog erforscht dieses Problem seit über 25 Jahren und weiß es auch noch
immer nicht genau. Nur eines weiß er: Solange man nichts Genaues weiß und den
hochradioaktiven Abfall nicht zurückholen kann, darf man diesen auf keinen Fall in einem
Salzstock versenken!
Die Regierung in NL hat das auch sofort eingesehen und die Option Salz gestoppt. Prof. den
Hartog hat sich bemüht, auch uns Deutsche auf diesen Weg zu führen, z.B. auf einer
BI-Veranstaltung 1999 in der „Alten Post“ in Dannenberg.
So bei verschiedenen Treffen mit deutschen Wissenschaftlern auf Kongressen und zuletzt
2004 auf einer RSK-Sitzung, die unter Mithilfe der BI stattgefunden hat.
Bei ausnahmslos jedem Gespräch, auch bei dieser Gelegenheit, hieß es einvernehmlich, ja
es besteht Forschungsbedarf, d.h. wir wissen zu wenig, um das große Experiment wagen zu
können.
Nun sind Versuche im Labor unter genau denselben Bedingungen, wie sie im Endlager
herrschen würden, praktisch nicht möglich. Unser Wissen ist deshalb noch sehr begrenzt,
aber was wir wissen, ist größtenteils in Groningen erforscht worden.
Die Meinung von BfS und RSK
In Deutschland gab es einige Versuche zur Strahlenschädigung des Salzes in den 80er
Jahren. Dann wurden alle Versuche abgebrochen mit der Behauptung, man wüsste jetzt genug.
Der offizielle Kommentar der RSK lautet: Selbst bei Unterstellung explosionsartiger
Rückreaktionen kann eine Beeinträchtigung der Integrität der Barriere Salzgestein
insgesamt durch Strahlenschäden ausgeschlossen werden.
Falls sich keine deutlich erhöhte Effizienz der Strahlenschädigung zeigt und der
Schwellenwert für explosionsartige Rückreaktionen auch für kleine Dosisleistungen
verwendbar ist, können explosionsartige Rückreaktionen ausgeschlossen werden, und das
Problem ist als gelöst anzusehen
Aus Sicht der RSK wird wegen der geringen Ausdehnung des von den Auswirkungen etwaiger
Strahlenschäden betroffenen Bereichs durch die mögliche Strahlenschädenbildung im
Steinsalz die grundsätzliche Eignung von Steinsalz als Endlagermedium für
hochradioaktive Abfälle nicht in Frage gestellt.
Die RSK beziffert die „geringe Ausdehnung“ auf 5 bis 50 cm. Das ist aber eine Annahme,
die durch keinerlei Forschungsergebnisse unterstützt wird.
Es ist zu erwarten, dass die Vorgänge durch die Radiolyse das Tiefersinken der Behälter
beschleunigen werden.
Übrigens, die im Oktober 2008 herausge–gebene Broschüre des
Bundeswirtschaftsministeriums „Endlagerung hoch radioaktiver Abfälle in Deutschland“
erwähnt die Strahlenschädigung des Salzes mit keinem Wort.
Fazit:
Es gibt die explosiven Reaktionen, das bestreitet niemand. In Deutschland gab es nach 1990
keine Forschungsanstrengungen mehr. In NL wurde die Forschung bis heute fortgeführt.
Der Standpunkt von Prof. den Hartog ist, dass wir zu wenig wissen, um eine Entscheidung
pro Salz verantworten zu können.
Offizielle Stellen Deutschlands streiten eine Bedeutung der Radiolyse bei der Einlagerung
von hochradioaktivem Müll in Salzgestein ab.
Christian Ruhsert
Tierwelt in Tschernobyl verändert
Die Strahlung hat das Tierleben in der Nähe der atomaren
Katastrophe im ukrainischen Tschernobyl weitaus stärker beeinträchtigt, als dies bisher
angenommen worden ist. Das zeigt eine Studie von Mittwoch, die den Glauben daran
erschüttert, dass sich Fauna und Flora vor Ort erholen.
Die Studie zeigt, dass die Anzahl von Hummeln, Schmetterlingen, Spinnen, Heuschrecken und
sonstigen Wirbellosen aufgrund der durch die Katastrophe vor mehr als 20 Jahren
verbliebenen Strahlung in den kontaminierten Gebieten niedriger ist als in anderen
Bereichen. Die Ergebnisse der Studie stehen im Gegensatz zu früheren
Forschungsergebnissen, die nahe legten, dass die Tierpopulationen um den Ort der Explosion
in Tschernobyl/Ukraine sprungartig angestiegen seien, was dazu geführt habe, dass
Tausende Lebewesen ihre angestammte Heimat verließen und aus der Gegend vertrieben
würden. Schätzungen bezüglich der Anzahl der Toten, die in direktem Zusammenhang mit
dem Unfall stehen, variieren. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Zahl der Toten
auf 9.000, während Greenpeace eine mögliche Zahl potentieller Opfer von 93.000
vorhersagt.
„Wir waren erstaunt, festzustellen, dass es keinerlei Studien in diesem Zusammenhang
gibt“, sagte Anders Moller, ein Mitarbeiter des Nationalen Zentrums für
Wissenschaftliche Forschung in Frankreich, der die Studie geleitet hat, in einem
Telefoninterview. „Unsere Studie war die erste, die sich auf die Häufigkeit des
Vorkommens von Tierpopulationen konzentrierte.“ Die Forscher sagten, dass sie
Tierpopulationen in radioaktiv verseuchten Gebieten mit solchen in weniger verseuchten
Gebieten verglichen hätten und dabei herausfanden, dass in einigen Gebieten praktisch
kein Tierleben mehr vorhanden war. „Es gibt Gebiete mit einer Häufigkeit von 100 Tieren
pro Quadratmeter“, sagte Moller. „Und dann gibt es Gebiete mit durchschnittlich
weniger als einem Exemplar pro Quadratmeter; dasselbe gilt für alle Gattungsgruppen.“
Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Tiere, die in der Nähe des Tschernobylreaktors
- dieser wurde nach der Explosion im April 1986 mit einer Schutzhülle versehen - leben,
mehr als die normalen Missbildungen, einschließlich von Verfärbungen und
Verkrüppelungen von Gliedmaßen, aufwiesen. „Normalerweise werden (missgebildete) Tiere
schnell gefressen, weil es schwierig ist, zu entkommen, wenn man unterschiedlich lange
Flügel hat“, sagte Moller. In diesem Falle haben wir eine hohe Anzahl von
missgebildeten Tieren gefunden. Die Ergebnisse der Studie stehen eindeutig im Gegensatz zu
der Einschätzung von Tschernobyl als ökologisch gesund, abgesehen von der Tatsache, dass
die ukrainischen Behörden dieses Gebiet zum Naturschutzgebiet mit Wölfen, Bisons und
Bären gewidmet haben.
Frühere Forschungen in Bezug auf dieses Gebiet haben die Tatsache ignoriert, dass sich
die Tierpopulationen aufgrund der Abwesenheit von Menschen über viele Jahre hinweg nach
der Explosion ungehindert entwickelt haben, sagte Moller. „Wir wollten die Frage
stellen: gibt es mehr oder weniger Tiere in den verseuchten Gebieten? Es sind eindeutig
weniger", sagte Moller, der sich seit 1991 mit Tschernobyl befasst hat. Während sich
Forscher auf einen Umkreis von 30 Kilometern um den Tschernobyl-Reaktor konzentriert
haben, hat sich der Fallout über ein riesiges Gebiet in Osteuropa, einschließlich von
Teilen Russlands, der Ukraine und Weißrusslands verteilt. Die Ergebnisse lassen sich
wahrscheinlich auch auf solche Gebiete übertragen, sagte Moller und fügte hinzu, dass
aufgrund der Ausmaßes des Fallouts jegliche Bemühungen um eine Dekontaminierung
vergeblich seien.
Studie von Nick Vinocur,
Übersetzung Heiko Jäger
Atomstrom war gestern!
Nachhaltiger Klimaschutz geht nur ohne Atomkraftwerke.
Eine Million Jahre auf hochradioaktiven Atommüll
aufzupassen ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit, deshalb Heute schon an Morgen denken:
Erneuerbare Energien nutzen und ausbauen.
Nur das schafft Versorgungssicherheit im Einklang mit der Natur, Arbeitsplätze im
Einklang mit den Menschen und sichert das Klima, unsere Zukunft.

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es geht ganz leicht & tut nicht einmal weh ...
Wo? In der StromweXelstube der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V. in
Lüchow, Rosenstraße 20, Tel: 05841-4684 (www.bi-luechow-dannenberg.de)
Wann? Immer mittwochs von 17-19 Uhr oder zu den normalen Öffnungszeiten oder jederzeit
über stromwechsel@bi-luechow-dannenberg.de
Wer kann wechseln? Jede und jeder, die bzw. der eine Stromrechnung erhält und zahlt.
Das geht natürlich auch in einem Mietshaus !
Wie geht der WeXel? Ökostromer (EWS, Greenpeace Energy, Naturstrom, Lichtblick) aus dem
Info-Faltblatt auswählen (www.atomausstieg-selber-machen.de), Vertrag bei der BI (29 439
Lüchow, Rosenstr. 20) mit frankiertem Rückumschlag anfordern oder aus dem Internet
herunterladen,
• Vertrag ausfüllen (Zählernummer, Jahresstromverbrauch, Bankverbindung),
• von der BI abschicken lassen – alles Weitere erledigt für Sie der neue Anbieter.
Der Strom kommt weiterhin – störfallfrei – aus der Dose, Gebühren fallen nicht an,
im Gegenteil: Sie erhalten von uns als Präsent ein von Wolf-Rüdiger Marunde gestaltetes,
wetterfestes Emailleschild!
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WECHSELN SIE! JETZT!

Photovoltaik vor!
+ 08.03.2009 + Eingeholt! Mit diesem Wort lässt sich
die Prognose für den Ausbau erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 zusammenfassen.
Denn in elf Jahren werden die grünen Stromerzeuger fast genauso
viel Elektrizität liefern wie die schwarzen – so die Vorhersage des Bundesverbandes
Erneuerbare Energie. Dessen Blick in die Zukunft lässt jedoch einige wichtige Faktoren
unberücksichtigt.
Geht es nach dem Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) e. V., dann werden Kohle-, Gas-
und Atomkraftwerke in elf Jahren zusehends zu dem werden, was sie gegenwärtig noch in
Strom verwandeln: "Zeugnisse vergangenen Lebens", wissenschaftlich Fossilien
genannt. Denn während die erneuerbaren Energien im Jahr 2020 deutlich mehr als die
Hälfte der hierzulande installierten Kraftwerksleistung auf sich vereinen wollen,
gestehen sie der konventionellen Konkurrenz nur noch 41 Prozent zu, der Rest entfällt auf
Speicherkraftwerke. Zu diesen Aussichten führt zwar auch das Abschalten der meisten
Atomkraftwerke, dennoch ist die Ansage klar: Die erneuerbaren Energien wollen
mittelfristig nicht mehr nur Juniorpartner der großen Energiekonzerne sein.
Das zeigt sich auch bei der Menge des erzeugten Stroms: Hier beansprucht der BEE in seiner
Ende Januar veröffentlichten Prognose "nur" einen Anteil von 48 Prozent.
Dennoch übertrifft die Voraussage das Ziel der Bundesregierung in Sachen erneuerbare
Energien um satte 18 Prozent. Ausdrücklich handelt es sich bei diesen Zahlen nicht um
Branchenziele, sondern um Prognosen, wie BEE-Pressesprecher Daniel Kluge versichert. Die
Grundlage dafür bildeten Daten zu bisherigen Zubauzahlen sowie zur Auftragslage,
Einschätzungen der technologischen Potenziale und die Ausbauerwartungen der einzelnen
Fachverbände. Diese habe eine Arbeitsgruppe mit anderen Statistiken abgeglichen und sich
darum bemüht, eine Vorhersage zu treffen, die belastbar und wahrscheinlich sei,
erläutert Kluge. Zu hören ist, dass sie auf Geschäftsführerebene der Fachverbände
abgestimmt wurde. Insofern handelt es sich nicht nur um Zahlen des BEE, sondern auch um
die des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) e. V., des Bundesverbandes Windenergie e. V.
und des Fachverbandes Biogas e. V. – um nur einige zu nennen.
Die Technologie, die bis 2020 am stärksten ausgebaut werden soll, ist die Photovoltaik.
Ihre Spitzenleistung wird sich der Prognose zufolge verzehnfachen: auf 39,5 Gigawatt.
Damit zöge die Solarenergie an Biomasse und Wasserkraft vorbei. Nimmt man an, dass der
erwartete Ausbau linear verläuft, so müssten jährlich Photovoltaikkraftwerke mit mehr
als drei Gigawatt Leistung ans Netz gehen. Im vergangenen Jahr waren es jedoch nur etwa
1,5 Gigawatt, schätzt der BEE. Auch für 2009 rechnet der Verband mit einem Zubau von 1,5
Gigawatt. In den folgenden Jahren werde sich das Zubautempo jedoch immer weiter steigern,
sodass zum Beispiel im Jahr 2019 Photovoltaikanlagen mit fünf Gigawatt Leistung
installiert würden. Damit könnte die Photovoltaik im Jahr 2020 dann 39,5 Terawattstunden
Strom liefern – 13-mal mehr als 2007. Sie hätte dann einen Anteil von 6,8 Prozent am
deutschen Stromverbrauch. Gemessen am Ziel des europäischen Branchenverbandes Epia – es
liegt bei bis zu zwölf Prozent – wäre das immer noch wenig. Ambitionierte Zubauziele
dürften indes die Kommunikationsfähigkeiten des BSW überfordern. Denn die Solarlobby
hatte vor der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stets von Zuwächsen um ein
Gigawatt pro Jahr gesprochen.
Die größte installierte Kraftwerksleistung unter den Erneuerbaren wird indes auf die
Windkraft entfallen. Sie wird sich – zählt man nur die Anlagen an Land – gegenüber
heute auf 45 Gigawatt verdoppeln. Rechnet man noch den Bau von Offshore-Anlagen dazu, so
erhöht sich die Gesamtleistung sogar um das 2,5-Fache auf 55 Gigawatt. Die Leistung der
Wasserkraftkraftwerke steigt um rund 38 Prozent auf 6,5 Gigawatt.
Auch die Kapazitäten von Biomassekraftwerken werden sich dem Szenario zufolge mehr als
verdoppeln, nämlich auf 9,3 Gigawatt. Dabei zeigt sich allerdings eine Schwäche der
BEE-Prognose: Der Verband geht davon aus, dass die Biomassekraftwerke im Durchschnitt an
fast 6.000 Stunden im Jahr mit Volllast Strom produzieren – ähnlich viel wie heute.
Damit büßt das Konzert der erneuerbaren Energien jedoch an Dynamik ein: Denn unter
solchen Bedingungen können Biomassekraftwerke keine zusätzliche Leistung bereitstellen,
wenn der Wind nachlässt oder die Sonne untergeht. Auch Stromspeicher helfen hier wenig,
denn ihre Leistung ist mit zehn Gigawatt im Vergleich zur gesamten installierten Leistung
der erneuerbaren Energien recht niedrig angesetzt. Das erschwert eine konstante
Stromversorgung durch die Erneuerbaren. Der Grund für die Prognose dürfte indes im
rechtlichen Rahmen des EEG zu suchen sein. Denn dieses setzt bislang keine Anreize dafür,
Strom dann zu produzieren, wenn er auch gebraucht wird. Stattdessen wird die eingespeiste
Energie stets zu den gleichen Sätzen vergütet. Einer genauen Überprüfung halten auch
die Annahmen zur Photovoltaik nicht stand. Hier wurden deutschlandweit Erträge von 1.000
Kilowattstunden pro Kilowatt installierter Leistung und Jahr angesetzt. Realistisch
dürften zehn Prozent weniger sein, da 2020 nicht nur Süd-, sondern auch Ost- und
Westdächer mit Solarmodulen belegt sein dürften.
Während sich die Leistung der Erneuerbaren bis 2020 etwa verdreifacht, sinkt die
Strommenge, die aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, nur um rund ein Viertel. Eine
deutliche Leistungsverringerung erwartet der BEE nur für die Kernenergie: Die
Kraftwerkskapazität werde hier von 20,5 auf 1,5 Gigawatt sinken. Das entspricht dem
Ausstiegsbeschluss der ehemaligen rot-grünen Bundesregierung. Sollte die nächste
Bundesregierung jedoch schwarz-gelbe Farben tragen, so ist mehr als fraglich, ob der
Atomausstieg Bestand hat. Wenn dann die erneuerbaren Energien trotzdem wie vom BEE
vorhergesagt wachsen, dürfte ein Überangebot an Strom die Folge sein – mit
entsprechenden Engpässen im Netz, bei Speicher- und Regelkapazitäten. Umgekehrt könnte
ein Festhalten an der Atomenergie bedeuten, dass die erneuerbaren Energien weniger schnell
wachsen können. Daher spricht einiges dafür, dass sich der BEE künftig deutlicher gegen
Atomkraft ausspricht als bislang – schließlich bedrohen sie und ihre Nebenwirkungen die
glänzenden Zukunftsaussichten der erneuerbaren Energien am meisten.
Quelle: PHOTON Europe | Dominik Sollmann 2009
BI on tour
dem Atom Widerstand auf der Spur
Große Deutschlandtournee mit Stippvisiten in Frankreich, Schweiz, Österreich und
Tschechien vom 05. Juli bis 03. August 2009
Wir (BürgerInitiative, Graue Zellen, Gorlebenfrauen,
Clownsarmee, StromweXler, ...) sind auf der Hut. Auf der Vorhut sozusagen. Und weil wir
das schon seit 31 Jahren sind, wollen wir endlich abschalten. Und zwar richtig! Also:
Damit wir am 05. September viele sind, kommen wir EUCH besuchen: FREUND (erwartet) und
FEIND (unerwartet) !
Viele von Euch waren oft bei uns in Gorleben, im Wendland, in Lüchow-Dannenberg. Nun
kommen wir zu Euch, um endlich alten Einladungen zu folgen. Und neuen. Bevor es zu spät
sein könnte.
An Bord unseres großen Reisebusses befinden sich ca. 20 Personen mit: Infomaterial und
Ausstellung, Vorträgen und Diskussionsforen, Straßentheater, Mitmachaktionen für ganz
klein & ganz groß, Musik und Lyrik, Endlagersuchbaustelle, Überrachungsgeschenken
Damit können wir bei Euch einigen „Zirkus“ veranstalten. Besser aber noch ist es
bestimmt, Ihr bereitet etwas vor oder am besten – wir machen etwas zusammen. Das Etwas
bestimmt Ihr: von Ernst bis Spaß machen wir alles mit, was unseren gemeinsamen Widerstand
gegen die unsäglichen Atomanlagen beflügeln hilft. Die Profiteure des Atomgeschäfts
werden wir nicht überzeugen können. Aber wir können die vielen Unwissenden und Arglosen
erreichen. Argumente und Alternativen gibt es inzwischen mehr als genug. Ladet
VertreterInnen aus Medien, Kultur und Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu unseren
gemeinsamen Treffen, damit unsere Botschaften genauso weit herum kommen „wie wir“. Wir
freuen uns auf Eure möglichst breiten Terminvorschläge, damit wir Euch in unseren
Tourenplan mit aufnehmen können.
Kosten entstehen Euch durch unseren Besuch nicht. Es sei denn, Ihr möchtet uns
unterstützen. Zum Beispiel vor Ort mit Naturalien oder aber über unser Spendenkonto –
steuerabzugsfähig (!).
Wir haben die Wahl - zukunftsweisende Energie oder höllisch-altmodische Atomkraft
Herzliche Grüße aus dem Wendland und auf bald, Gerhard
Harder
U n t e r S t r o m
- Aber unter welchem? Das ist hier die Frage
Weder die Identität, noch die Wohnung soll gewechselt werden, und schon gar nicht
der Partner oder die Partnerin. Doch mit Leichtigkeit kann der Stromanbieter gewechselt
werden: Von Atomstrom zu echtem Ökostrom! Wie`s geht zeigten die Gorlebenfrauen auf ihrer
StromweXselpartie, zu der rund 25 Frauen und Männer auch aus Nachbarkreisen am 07. März
nach Clenze kamen. Und natürlich wurde das Wechselereignis auch anständig gefeiert –
mit Büfett, Bar und DJ. Zwischendrin erhielten wir Einblicke in die wahren Gedanken und
Gefühlswelten der Kanzlerin und ihrer beiden Vorgänger zu Gorleben, Atomkraft und
Haushalt, aufgehübschten Polizisten und Bierflaschenhalten im Hüttendorf, vorgetragen
von Helmut Koch mit wechselnden Stimmen und Perücken.
Sichtlich bedrückt war die Stimmung jedoch bei der Filmvorführung „Uranium – is it a
country?“ Um so entschlossener war danach die Übereinkunft, verstärkt für Stilllegung
aller Atomanlagen zu kämpfen!

Ein Film, den mensch gesehen haben muss! Aus dem Abend enstanden weitere Ideen für
StromweXelaktivitäten. So hat z.B. eines der “Vorzeigedörfer“ des Wendlandes auf
einer Dorfversammlung beschlossen, alle Haushalte mit der Kampagne „Atomausstieg-selber-machen“
zu informieren – wir freuen uns über weitere StromweXlerInnen und die WeXelplaketten
von Marunde an vielen Häusern.

Impressum
Die Gorleben-Rundschau erscheint 10-12 mal jährlich und
wird herausgegeben von der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V..
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers
wieder.
Für Neuerungen, produktive Anregungen und LeserInnenbriefe sind wir immer ansprechbar. Es
ist erwünscht, eigene Texte zum Thema Atomkraft, Gorleben und erneuerbare Energien
einzubringen; sie werden gerne veröffentlicht, sofern sie in den Kontext der Ausgabe
passen.
Redaktion: H. Eckert, F. Althoff, W. Ehmke
Bildmaterial: I+W Lowin, B.Oehler
Mitarbeit: G.Harder, D. Sollmann, N. Vinocur, H Jäger, C Ruhsert, Bund der
Energieverbraucher
Versand & Termine: L. Wente
Auflage: 1000
BI Büro: Rosenstr. 20, 29439 Lüchow
Fon: 05841/4684, Fax: 05841/3197,
buero@bi-luechow-dannenberg.de
www.bi-luechow-dannenberg.de
Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr, Sa 9 - 12 Uhr, Di + Do 15 - 18 Uhr
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